Der siebenjährige Ilias wurde vor einem Monat, am 21. März, von einer 75-jährigen Frau auf seinem Heimeg vom Gotthelf-Schulhaus erstochen. Die Tat sorgte schweizweit für hohes Aufsehen und versetzte die Basler Bevölkerung in einen kollektiven Schockzustand. Noch immer erinnern am Ort des Geschehens niedergelegte Blumen, Bilder und Kerzen daran. Eine Petition, die einen Gedenkstein für Ilias fordert, gewann über 1500 Unterzeichner, am Dienstag wurde sie von der Plattform petitio.ch dem Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP) zugestellt.

Die Forderung stösst nicht grundsätzlich auf Ablehnung. Wie seitens Opferhilfe beider Basel zu erfahren war, habe die Familie des Jungen das Vorhaben wertschätzend zur Kenntnis genommen. Die Behörden verweisen nach wie vor auf die noch zu erfolgende Prüfung der Petition. Grundsätzlich stehe Gedenkauszeichnungen aber nichts entgegen, sagt dazu Emanuel Trueb, Leiter der Basler Stadtgärtnerei, auf Anfrage. Die Stadtgärtnerei hat sich bereits mit dem Fall und der Trauerbewältigung auseinandergesetzt: Am 5. April erfolgte gemeinsam mit der Schulklasse eine Baumpflanzung auf der Rabatte beim Tatort, dies in Gedenken an den Jungen.

Eine Rosskastanie und Narzissen

«Eine der bisherigen Rosskastanien musste ersetzt werden», sagt Yvonne Aellen, Leiterin Grünflächenunterhalt. Dies habe man mit einer Widmung an Ilias verbunden. Rund um den Stamm des etwa zehnjährigen Jungbaums wurden mit den Schülern zudem frische Narzissen gepflanzt. Entsprechend wäre beispielsweise eine Auszeichnung beim Gedenkbaum vorstellbar, ergänzt Trueb auf Nachfrage, so die Prüfung erfolgreich ablaufen würde.

Die Trauerarbeit im Umfeld der Schule war intensiv. So sagt Simon Thiriet, Sprecher des Basler Erziehungsdepartements: «Lehrpersonen haben in den Tagen nach dem Ereignis das Schulhaus mit LED-Lichterketten geschmückt. Das gesamte Lehrerkollegium hat eine Kondolenzkarte an die Familie kreiert und verschickt. Die Schule hat eine gemeinsame Todesanzeige geschaltet. Die Schulleitung hat auch für die Eltern Kondolenzschreiben gesammelt und weitergeleitet.» Viele Klassen hätten Zeichnungen und Karten an den Tatort gelegt. Auch hatten die Schulleitung, Lehrpersonen sowie Eltern mit ihren Kindern am Trauermarsch teilgenommen.

Viele nutzten das Betreuungsangebot

Eine Schlüsselrolle kam dem Schulpsychologischen Dienst (SPD) zu. Zwei Wochen lang bot der Dienst eine offene Sprechstunde vor Ort an. «Das Angebot wurde zuerst regelmässig genutzt. Über die zwei Wochen war dann eine Abnahme zu verzeichnen», sagt Thiriet. «E-Mails und Anrufe von Eltern bestätigten vor allem, dass es wichtig und wertvoll zu wissen war, dass jemand ohne Terminvereinbarung und sehr niederschwellig da ist, an dem man sich bei Fragen und Anliegen wenden konnte.» Auch an anderen Schulstandorten war der Dienst präsent, zudem hätten sich Eltern mit Belastungssymptomen gemeldet. «Mit ihnen hat der SPD dann geeignete Unterstützungsangebote gesucht.»

Die 75-jährige Täterin befindet sich laut Basler Staatsanwaltschaft noch in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen seien somit nicht abgeschlossen. Die Behörde werde nach Abschluss des Verfahrens weiter informieren.