Fondation Beyeler
Gauguin-Ausstellung in Basel mit satten 2,5 Milliarden gut versichert

Die Ausstellung über Paul Gauguin in der Fondation Beyeler zeigt 51 Kunstwerke – darunter auch das teuerste Gemälde der Welt, das letzte Woche nach Katar verkauft worden ist. Auch Basel Besucher Keanu Reeves war da.

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Besucher vor dem Bild «Obsternte».

Besucher vor dem Bild «Obsternte».

Keystone

Es ist eine Ausstellung der Superlative. Von der Fondation Beyeler selber wird Paul Gauguin auf Plakaten selbstbewusst als «einer der grossen europäischen Kulturhöhepunkte des Jahres» angekündigt. Ein starkes Wort. Und Direktor Sam Keller sparte gegenüber den Medienleuten auch nicht mit weiteren Superlativen. Doch bevor wir uns davon den Kopf benebeln lassen, wollen wir schauen.

Zur Begrüssung ist Monsieur Gauguin (1848–1903) selber aufgeboten. Er schaut uns aus seinem «Selbstporträt mit Palette» unter einem blauen Hut und einem dekorativen blauen Mantel recht selbstbewusst an. Der orange-rote Hintergrund lässt ihn leuchten, nur die Hand mit dem dünnen Pinsel scheint seltsam blass – wie unfertig.

Selbstbildnis mit Palette, circa 1893/94

Selbstbildnis mit Palette, circa 1893/94

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In einer Vitrine dürfen wir wie eine heilige Reliquie die klappbare Holz-Palette des Künstlers bestaunen. Schwer ist sie und malerisch mit dicken Farbschichten bedeckt. Und an der Wand wird uns als Leitidee von Gauguins Leben ein Zitat des Künstlers mit auf den Weg gegeben: «Ich nehme meine Farben und Pinsel mit und will fern von allen Menschen neue Kraft schöpfen», schrieb er 1887 an seine Frau.

Wir reisen mit ihm 1886 an den ersten Ort, wo der einstige Börsenmakler und nicht eben erfolgreiche Künstler die dekadente Zivilisation von Paris hinter sich zu lassen hoffte. In die Bretagne, die als zurückgeblieben, urtümlich und von Volksfrömmigkeit durchdrungen galt. In Port-Aven traf Gauguin gleichgesinnte Künstler – rundum aber doch Landschaften und Menschen, die ihn zu bewundernswerten Bildfindungen antrieben.

Museumsdirektor der Fondation Beyeler Sam Keller mit Schauspieler Keanu Reeves vor dem Gemälde «Nafea faa ipoipo».

Museumsdirektor der Fondation Beyeler Sam Keller mit Schauspieler Keanu Reeves vor dem Gemälde «Nafea faa ipoipo».

Keystone

Als Premiere bezeichnete Keller den multimedialen Vermittlungsraum mit raffinierten, interaktiven Spielereien und kündigte eine via spotify und soziale Medien verbreitete Klangschiene «#GauguinSounds» an. Und weiter: Gauguin habe ein rekordhohes Medienecho ausgelöst und werde trotz einem um drei Franken erhöhten Eintritt einen Besucherrekord bringen. Dafür sei die Fondation gerüstet, versprach Sam Keller: Mit Online-Tickets, zwei Katalogen, Audioguides selbst für Kinder, aber auch mit mehr WCs, Garderoben und Shops.

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