Riehen
Freude und Murren über den Hartplatz beim Landauer

Zoff im Einwohnerrat: Der neue Hartplatz beim Freizeitzentrum Landauer kostet doppelt so viel wie geplant.

Tobias Gfeller
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Der Hardplatz beim Freizeitzentrum Landauer wird doppelt so teuer wie geplant.

Der Hardplatz beim Freizeitzentrum Landauer wird doppelt so teuer wie geplant.

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Der 40 Jahre alte Hartplatz des Freizeitzentrums Landauer im Niederholzquartier ist in einem schlechten Zustand und wird ersetzt. Sowohl der Belag wie auch die Umrandung aus Eisenbahnschwellen sind durch die intensive Nutzung in die Jahre gekommen. Das Projekt selber ist im Riehener Einwohnerrat auf Wohlwollen gestossen.

Von verschiedener Seite wurde die Bedeutung des Freizeitzentrums für das Quartier hervorgehoben. Gerade auch der Hartplatz mit seinen vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten als Eisbahn, Wasserbecken, Fussballplatz und ganz allgemein als Spielplatz sei für das Freizeitzentrum enorm wichtig.

Doch es gibt Kritik aus finanziellen Gründen. Der schlechte Zustand des Hartplatzes ist seit Jahren bekannt. Eine baldige Sanierung oder gleich ein Ersatz wäre schon früher planbar gewesen. Deshalb wurden im Globalkredit für den Leistungsbereich 180 000 Franken budgetiert.

Dass das Projekt nun mit 360 000 Franken gleich das Doppelte kosten soll, obwohl der Globalkredit vor drei Jahren gekürzt wurde, stiess auf Missfallen. «Wir machen uns ernsthaft Gedanken, ob auch an anderen Orten Einsparungen gemacht werden müssen, und ob die Ausgabenliste stets aktualisiert werden muss», fragte Daniel Liederer (FDP) als Präsident der Sachkommission Kultur, Freizeit und Sport (SKFS) nach.

Die Verwaltung hätte während Jahren immer nur von einer nötigen Sanierung statt eines Ersatzes gesprochen, kritisierte Prika Keller (CVP). Für Andreas Zappalà (FDP) war klar, weshalb die Kosten das Budget übersteigen: «Es handelt sich nicht nur um einen 1:1-Ersatz des Hartplatzes, sondern auch um eine Neugestaltung.»

Gemeinderätin Christine Kaufmann (EVP) äusserte Verständnis für das «Murren aufgrund der gestiegenen Kosten». Der Einwohnerrat stimmte schlussendlich dem Kredit zu. Die einzige Gegenstimme kam von Eduard Rutschmann (SVP).

Jugendparlament bleibt vage

Der Gemeinderat antwortete positiv auf einen Anzug von CVP-Einwohnerrat Christian Griss zur Gründung eines Jugendparlaments. Doch liess er offen, in welcher Form eine offizielle Mitwirkung von Jugendlichen auf Gemeindeebene geschehen soll (die bz berichtete). Für die SP ist diese Antwort «zu wenig verbindlich», wie Roland Lötscher kritisierte. «Die Antwort des Gemeinderats ist für uns zu wenig konkret. Wir hätten uns jetzt schon einen Vorschlag zur Umsetzung gewünscht.»

Für Lötscher ist die Mitwirkung auf kommunaler Ebene für Jugendliche «eine riesige Chance». So fordert er möglichst bald eine definitive Vorlage. Er drohte gar mit einem neuen Vorstoss. Dem grossen Rest des Riehener Parlaments genügte die Antwort des Gemeinderats vollkommen. Es schrieb den Anzug ab.