Team aus Basel, Zürich und Italien
Forschende haben Lungen verstorbener Corona-Patienten untersucht: Neue Erkenntnisse für Behandlung

Pathologen des Kantonsspitals Baselland und des Universitätsspitals Basel gehörten weltweit zu den ersten, die Obduktionen an verstorbenen Coronavirus-Patienten durchführten. Die offensichtlichsten Veränderungen fand man dabei in der Lunge, was bestätigt, dass das Coronavirus in erster Linie eine Lungenerkrankung ist. Die Forschenden haben sich deshalb auf die molekulare Untersuchung der Lunge konzentriert und sind dabei auf wichtige Erkenntnisse gestossen.

Drucken
Teilen
Ein Forschungsteam hat sich mit pathologischen Untersuchungen von verstorbenen Covid-19 Patienten auseinandergesetzt.

Ein Forschungsteam hat sich mit pathologischen Untersuchungen von verstorbenen Covid-19 Patienten auseinandergesetzt.

Keystone/EPA CDC/CDC HANDOUT

«Mit den ersten Autopsien von Coronavirus-Patienten wurde uns schnell klar, dass wir als Pathologen die Möglichkeit haben, einen entscheidenden Beitrag zum Verständnis dieser neuartigen Viruserkrankung zu leisten», sagt Frau PD Dr. Kirsten Mertz vom KSBL in der Medienmitteilung vom Montagnachmittag. Darauf basierend charakterisierten die Forschenden die Immunantwort auf Coronavirus.

Die Forschenden schauten sich das Lungengewebe verstorbener Coronavirus-Patienten an und massen in erster Linie die Viruslast, zählten Entzündungszellen und untersuchten Genabschnitte. Die wichtige Erkenntnis aus diesen Untersuchungen: Im Verlauf der Erkrankung durchläuft die Lunge zwei Stadien, in welchen Patienten unterschiedlich behandelt werden sollten.

Zwei Stadien bei einer Coronavirus-Erkrankung

Im ersten Stadium sind die Lungen stark vom Virus besiedelt, die Entzündungswerte sind stark erhöht, das Lungengewebe ist aber noch weitestgehend intakt. Im zweiten Stadium sind die Entzündungswerte tiefer, die Lungen weisen aber Zerstörungen und Ablagerungen auf. Daraus ergebe sich, dass Patienten im frühen Verlauf eher mit antiviralen Medikamenten und Entzündungshemmern behandelt werden müssten. Später könnten dann sogenannte Komplement-Inhibitoren wirksam sein

Der Austausch zwischen Pathologen, Kliniken und Grundlagenforschern sei extrem wichtig und führe zu wertvollen neuen Erkenntnissen bezüglich der Diagnostik und dem Verlauf von Erkrankungen. Diese Erkenntnisse können wiederum in die Erarbeitung von Therapievorschlägen einfliessen, so das Kantonsspital Baselland.

Detailliertere Infos erhalten Sie in dieser Publikation.

Aktuelle Nachrichten