Bundesfeier

Es wird in Basel knallen am 1. August – dafür sorgen jetzt einfach die Privaten

Fortura und WOP-Shop (Bild) rechnen mit einem besseren Jahr als zuvor – auch Coop verzeichnet eine hohe Nachfrage.

Fortura und WOP-Shop (Bild) rechnen mit einem besseren Jahr als zuvor – auch Coop verzeichnet eine hohe Nachfrage.

Dank Absage von Gross-Events erleben Feuerwerksverkäufe in der Region nach zwei Krisenjahren einen Boom. Selbst die anhaltende Trockenheit bremst die Lust auf Böller in der Basler Bevölkerung kaum. Die Detailhändler verkaufen bis zur letzmöglichen Minute.

Keine Partys, keine organisierten Grossfeuerwerke. Das Coronajahr legt die Bundesfeiern weitgehend still. Für kleine, private Feste hingegen ist dieses Jahr Feuerwerk wieder hoch im Kurs. Höher zumindest als in den vergangenen Jahren: Damals kam zu den Feuerverboten der Trockenperioden im Sommer noch die Feinstaub-Sensibilisierung durch die Klimastreikenden um Greta Thunberg. Zumindest von Letzterem ist dieses Jahr aber kaum etwas zu spüren.

Die Menschen der Region jedenfalls decken sich 2020 tüchtig mit Feuerwerk ein. «2018 und 2019 waren aufgrund der Hitzewellen zwei schlechte Jahre», sagt auch Fabian Hildbrand, Mediensprecher von Manor. «Dieses Jahr ist das Geschäft bisher sehr gut angelaufen, wobei der grösste Umsatz in der Regel erst zwei bis drei Tage vor dem Nationalfeiertag erzielt wird und sehr wetterabhängig ist.» Es sei aber deutlich merkbar, dass die Bevölkerung sich selbst organisiere und im privaten mit Feuerwerk feiere, sagt Hildbrand: «Davon profitiert der Einzelhandel.»

Migros ist böllerlos, Coop spürt hohe Nachfrage

Bei der Migros Basel hingegen verzeichnet man das schlechteste Feuerwerksverkaufsjahr der Geschichte. Aus dem einfachen Grund allerdings, dass die Genossenschaft Feuerwerk seit vergangenem Jahr gar nicht mehr führt. «Die Verkaufszahlen sanken in den vergangenen Jahren laufend», sagt Mediensprecher Moritz Weisskopf. Daher wurde das Sortiment 2019 angepasst. Nicht mal mehr die Obi-Märkte verkaufen Knaller.

Anders ist die Lage zurzeit bei Coop. «Wir spüren schweizweit eine hohe Nachfrage nach Feuerwerk», sagt Mediensprecher Patrick Häfliger. Aussagen zu regionalen Verkäufen könne der Detailhändler nicht machen, aber man stellt fest: Sehr beliebt seien zurzeit Vulkane in diversen Grössen sowie Feuerwerksbatterien. Ein Vergleich zu den Vorjahren sei schwierig, sagt Häfliger allerdings, zumal die meisten Kunden ihre Pyrotechnik in der letzten Minute vor den Festivitäten kaufen, in den Läden also heute Freitag, 31. Juli.

Der Feinstaub-Hype hat sich verzogen

Einer der grössten Feuerwerkshändler der Region ist die Fortura AG in Zunzgen, die über ihr Tochterunternehmen «WOP – World of Party» auf Raketen, Böller, Knaller und diverses Dekorationsmaterial für Feste spezialisiert ist. Der Traditionsbetrieb unter Familienführung beobachtet den Markt genau. Geschäftsleitungsmitglied Stefano Papini sagt: «Es wird mindestens ein gutes Jahr für Feuerwerksverkäufe.» Dies insbesondere im Gegensatz zu den vergangenen zwei Jahren, vor allem 2018, das «eine Katastrophe» war. Besonders zu schaffen machte dem Spezialisten auch die Witterung: Absolute Feuerverbote wegen Trockenheit sind in ansonsten wunderschönen Sommern naturgemäss schlecht fürs Geschäft. Dazu komme, dass 2019 Auswirkungen des Klimaschutztrends deutlich zu spüren war.

Bislang allerdings stehen trotz erneuten Trockenheitsmeldungen die Zeichen nicht schlecht für Verkäufe. Im Dekorationsbereich seien die Zahlen zudem konstant erfreulich – und im Rahmen der Coronakrise seien die Kunden umso mehr auf Online-Kanäle aufmerksam geworden. Aber auch für Papini wird sich erst am 1. August zeigen, wie viel Feuerwerk sich die Menschen in der Krise wirklich gönnen. Denn die Firma verkauft an ihren Feuerwerks-Ständen in Zunzgen und Pratteln sowie im bernischen Worb und thurgauischen Amriswil bis zur letztmöglichen Minute am Nationalfeiertag noch Pyrotechnik.

Impressionen vom 1.-August-Feuerwerk in Basel

Aus nostalgischen Gründen: Ein paar Impressionen vom heuer abgesagten 1.-August-Feuerwerk in Basel

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