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Enttäuschte Messeleitung: Bundesräte drücken sich vor der Muba-Dernière

Ein Bild aus vergangenen Zeiten: Bundesrat Alain Berset eröffnet mit Ex-Stadtpräsident Guy Morin (l.) und MCH-Verwaltungsrat Ulrich Vischer (r.) die Muba 2016.

Ein Bild aus vergangenen Zeiten: Bundesrat Alain Berset eröffnet mit Ex-Stadtpräsident Guy Morin (l.) und MCH-Verwaltungsrat Ulrich Vischer (r.) die Muba 2016.

Den Organisatoren fehlt noch ein Bundesrat, der dieses Jahr die Messe eröffnet.

Es ist in der Geschichte der Stadt Basel ein historischer Moment: In gut einem Monat findet die Muba nach insgesamt 103 Jahren zum allerletzten Mal statt. Doch ausgerechnet jetzt fehlt den Organisatoren die Zusage von ganz oben. War in den Vorjahren stets ein Bundesrat zu Gast, so bangen die Organisatoren dieses Jahr um die Teilnahme eines Vertreters der Landesregierung.

Wie Messeleiter Daniel Nussbaumer erklärt, seien bisher erst Absagen eingetroffen: «Wir mussten feststellen, dass viele Bundesräte in der betroffenen Woche auf Auslandsreisen sind und deswegen nicht kommen können.» So habe beispielsweise Ignazio Cassis, der die Muba im letzten Jahr besucht hatte und mit den Messeverantwortlichen persönlich in Kontakt stand, bereits abgesagt.

Der Messeleiter gibt sich diplomatisch. Er könne es verstehen, wenn es für die Bundesräte andere Prioritäten gebe. Doch die Enttäuschung ist spürbar. «Keine andere Person wird einem Bundesrat gerecht», so Nussbaumer. In seiner Funktion sei ein Bundesrat schlicht unersetzlich. «Aus Gründen der Nostalgie sowie der Wertschätzung gegenüber der Muba wäre ein Bundesratsbesuch begrüssenswert.»

Kritik von Schneider-Schneiter

Nussbaumer steht mit seiner Konsternation nicht alleine da. Bereits am Neujahrsempfang der Handelskammer beider Basel am Dienstagabend brachte die Baselbieter CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter ihren Unmut zum Ausdruck. Sie bedauere es, dass bisher noch kein Bundesrat zugesagt habe. «Die Muba ist eine Institution, die über viele Jahre hinweg eine wichtige Bedeutung für die ganze Schweiz hatte», so Schneider-Schneiter. Dass dieses Jahr möglicherweise kein Mitglied des Bundesrats dabei sei, sei «unverständlich».

Die Nationalrätin möchte nun selbst aktiv werden. «Ich werde alle Hebel in Gang setzen, damit doch noch ein Bundesrat kommen kann», verspricht sie. Gerade weil es sich um die letzte Ausgabe der Muba handelt, würde die Präsidentin der Handelskammer eine Vertretung der Landesregierung schätzen: «Ich hätte gerne jemanden vom Bundesrat dabei gehabt, der Bilanz zieht.»

Ferien statt Muba-Eröffnung

Immerhin: Völlig ausgeschlossen ist eine Bundesratsteilnahme nicht. Sonja Margelist, Informationsbeauftragte der Bundeskanzlei, schreibt auf Anfrage: «Über eine allfällige Teilnahme ist noch nicht entschieden.»

Allerdings scheint einem bundesrätlichen Besuch einiges im Weg zu stehen. Das Hauptproblem: Die Muba findet dieses Jahr just während der Bundesratsferien statt. Zudem wurde der Leitfaden des Bundesrats im Jahr 2015 überarbeitet und die Liste mit obligatorischen Anlässen gestrichen. «Da es keine Liste mehr von Veranstaltungen gibt, an welchen der Bundesrat immer eine Vertretung entsendet, werden keine Veranstaltungen bevorzugt oder benachteiligt», so Margelist.

Die neue Regelung hatte bereits zur Folge, dass Ignazio Cassis letztes Jahr nicht zur Eröffnung kam, sondern erst später zu Besuch war. Sowohl Schneider-Schneiter als auch Nussbaumer wollen die Hoffnung indes noch nicht aufgeben. Schliesslich wünschen sich die Organisatoren auch fürs letzte Mal eine «würdige Eröffnung», wie Nussbaumer betont.

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