Stadtcasino

Endspurt ins Ungewisse: Für die Eröffnung gibt es verschiedene Coronaszenarien

Der Lockdown hat die Arbeiten am Stadtcasino nicht gross beeinflusst, da sie schon weit fortgeschritten sind.

Der Lockdown hat die Arbeiten am Stadtcasino nicht gross beeinflusst, da sie schon weit fortgeschritten sind.

Das Erweiterungsprojekt Stadtcasino Basel befindet sich auf Kurs. Ob es Ende August zur geplanten Eröffnung kommt, ist aber noch hängig.

Normalerweise stellt sich bei Bauprojekten dieser Grössenordnung die Frage, ob die Arbeiten rechtzeitig zur Eröffnung fertig werden. Im Fall des Erweiterungsbaus des Stadtcasino Basel verhält es sich umgekehrt: Wie die Casino-Gesellschaft gestern in einer Medienmitteilung mit dem Titel «Endspurt und Neustart» verlauten liess, befinde sich das Projekt «sowohl finanziell als auch zeitlich auf Kurs».

Unklar bleibt jedoch, ob und in welchem Rahmen die für den 22. und 23.August angesetzte Eröffnung des Konzertraums über die Bühne gehen kann. Vergangene Woche hatte der Bundesrat Grossanlässe mit mehr als 1000 Besuchern bis mindestens Ende August untersagt.

Damit ist schon mal klar, dass die Casino-­Gesellschaft umplanen muss, wie deren Präsident Christoph Gloor bestätigt: «Der Musiksaal umfasst knapp 1400 Plätze, und es wäre schon unser Ziel gewesen, die Eröffnungs­feierlichkeit vor ­vollen Rängen abzuhalten. Entsprechend ­haben wir ursprünglich auch so geplant.»

Andere Optionen und eine grosse Unbekannte

Nun gelte es «andere Optionen zu prüfen», wie Gloor am Samstag in dieser Zeitung sagte. Und dies, obschon es eine grosse Unbekannte gibt: Erst am 27.Mai will der Bundesrat entscheiden, in welchem Mass kleinere Veranstaltungen stattfinden dürfen. «Wir haben noch keinen definitiven Plan B», sagt Gloor: «Wir denken jedoch in Szenarien.» Dazu zählten sowohl ein alternativer Termin als auch eine Eröffnungsfeierlichkeit in kleinerem Rahmen.

Eine Aufsplittung des Publikums auf mehrere ­Veranstaltungen, so wie sie Veranstalter Urs Blinden­bacher zu Beginn der Corona­krise für eines seiner Offbeat-Konzerte veranlasst hatte, sei für das Stadtcasino kein gangbares Szenario, sagt Gloor: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir mehrere Eröffnungsanlässe durchführen.» Noch schwerer vorstellbar sei jedoch, dass das Stadt­casino Basel ohne offizielle Feierlichkeit eröffnet wird.

Am Samstag hatte Tino Krattiger von der Konzertreihe «Im Fluss» gegenüber der bz angegeben, eine Durchführung bei weniger als 900 erlaubten Besuchern mache für ihn keinen Sinn. Für das Stadtcasino gäbe es jedoch keine solche fixe Untergrenze, wie Gloor sagt. Da die Casino-Gesellschaft Basel die Konzertsäle vermietet, selber aber nicht als Veranstalter oder Organisator auftritt, könne er auch nicht sagen, ab welcher Mindestbesucherzahl sich ein Konzert noch rechne.

Während der Umbauzeit hatte die ­Casino-Gesellschaft das ­Musical Theater gemietet. Für die rund 50 Anlässe, die ab Ende Februar nicht mehr durchgeführt werden konnten, habe der gemeinnützige Verein den Mietern die Kosten erlassen, sagt Gloor. Was die künftigen Veranstaltungen angehe, die von den Coronamassnahmen betroffen sind, so werde in dieser Frage in den kommenden Wochen ein Beschluss gefasst.

In den nächsten Wochen soll zudem auf der neu gestalteten Website «Stück für Stück der Schleier gehoben» werden. Es ist zu hoffen, dass es Ende August nicht bei der Vorfreude und den fotografischen Ein­blicken bleibt.

www.stadtcasino-­basel.ch

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