Eine Karriere als Eisprinzessin. Ein Traum, den viele junge Mädchen haben. Doch dieser Weg ist auch mit knallhartem Training und viel Druck verbunden. «Man weiss, man hat immer nur diese eine Chance.» Eine Chance, die mit einem Sturz zunichte gehen kann.

Nachdem Annette Dytrt mit 2 Jahren das Laufen gelernt hatte, zog sie bereits die Schlittschuhe an. «Meine ältere Schwester hat damals mit dem Eiskunstlaufen angefangen.» Ihr dabei nur zusehen zu dürfen, hielt sie nicht lange aus. «Ich wollte unbedingt selbst damit anfangen.»

Einmal auf dem Eis, wollte sie nicht mehr runter. Besucht hat sie damals einen Schnupperkurs für Kinder. «Da es mir so gut gefiel, haben mich meine Eltern beim Eislauf-Verein in Landshut angemeldet.» Nach etwa fünf Jahren wurde ihr Hobby dann zum Leistungssport. Trainieren wollte sie täglich. «So hat sich das dann auch entwickelt, dass ich auch auf dem Eis geblieben bin.» Doch ohne Leidenschaft und Ehrgeiz hören die meisten wieder damit auf. «Ich liebe es, auf dem Eis zu stehen.» Ans Aufhören hat sie nie gedacht. Denn Talent alleine bringt nichts. «Was du auch tust, hab Spass dabei.»

Schwerer Schicksalsschlag

Auf dem Eis zu stehen, wollte die heute 32-Jährige schon immer. «Ich muss zugeben, ich kannte auch nichts anderes.» Im Fernsehen hatte sie Vorbilder wie Katarina Witt und die Schweizer Eiskunstläuferin Denise Biellmann. Nach all den Jahren wurde das Eislaufen zu ihrem Leben. «Es ist meine grosse Leidenschaft.» Das ist nicht zu überhören. Denn Pirouetten und dreifache Sprünge auf den Kufen beherrscht sie. Doch dafür braucht es auch den passenden Trainer. «Viele erfolgreiche Sportler wechseln ihre Trainerin oder ihren Trainer so oft, bis es funktioniert.» Denn zu einem guten Verhältnis gehört auch ein grosses Vertrauen. «Damit die Zusammenarbeit wirklich gut klappt, muss man seinem Trainer blind vertrauen.» Denn es geht hier nicht ums Technische, sondern ums Persönliche.

Neben dem fünffachen Titel als Deutsche Meisterin belegte sie 2009 den siebten Platz bei den Europameisterschaften in Helsinki. «Das waren meine grossen Highlights im Leistungssport.» Zudem wurde sie auch französische und tschechische Meisterin.

Doch vor vier Jahren gab Annette Dytrt ihr Karriereende bekannt. «Ich habe damit aufgehört, da mein Vater in dieser Zeit gestorben ist.» Mental schaffte sie es nicht, auf dem Eis zu bleiben. Nach einem Jahr Pause entschied sie sich dann für das Show-Business. Denn erreicht hat sie in den letzten Jahren schon mehr als erwartet. «Irgendwann ist der Leistungssport auch zu Ende.»

Der Druck fällt weg

«Wenn du einen Sturz hinlegst, applaudiert das Publikum trotzdem.» Denn die Zuschauer sitzen dort, weil sie sich auf die Show freuen und dafür bezahlt haben. «Wenn du hinfällst, stehst du einfach wieder auf und lächelst.» Ein Titel geht dabei nicht verloren.

Show und Wettkampf kann man darin vergleichen, dass man für beides topfit sein muss. «Ich muss hier genauso hart trainieren wie für einen Wettkampf. Zum Glück fällt hier der Wertungsdruck weg.» Im Moment sei es aber sehr stressig. Geprobt wird mehrmals am Tag. «Irgendwo bleibt dann auch noch Zeit für Privates.»

Noch bis Sonntag tritt Annette Dytrt in Basel bei Holiday on Ice als Stargast auf und gibt in der Show «Passion» einen Einblick in ihr privates Leben. «Am Anfang war ich überrascht, denn ich gebe eigentlich nicht gern viel preis von mir.» Diese Geschichte zu erzählen half ihr aber dabei, ihre Tiefen zu verarbeiten. «Es ist auch schön, zu sehen, wie das Publikum darauf reagiert.»

Holiday on Ice vom 10. bis 13. Dezember in der St. Jakobshalle. Tickets online unter www.ticketcorner.ch erhältlich.