Schifffahrt
Einigung im Schleusenstreit: Die Nachtsperrungen sind vorbei

Mehrere Wochen waren die Rheinschleusen in Frankreich und Deutschland geschlossen. Ab Sonntag sind die Schleusen wieder geöffnet.

Leo Eiholzer
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Der Schleusen-Streit ist vorbei.

Der Schleusen-Streit ist vorbei.

bz

Zwischen Basel und dem Elsass hatte seit Anfang April ein Streit getobt. Die Betreiber der Rheinschleusen in Frankreich und Deutschland schlossen diese wegen des Coronavirus zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens. Die Schifffahrtsfirmen auf dem Rhein beklagten sich heftig über Mehrkosten. André Auderset, Geschäftsführer der Schweizerischen Vereinigung für Schifffahrt und Hafenwirtschaft (SVS) und LDP-Grossrat sagte damals zur bz: «Die Nachtschliessung behindert uns massiv.»

Jetzt ist sie Geschichte. Das teilte die Schifffahrtsvereinigung am Freitag in einem Communiqué mit. Ab Sonntag sind die Schleusen wieder 24 Stunden in Betrieb, der Rhein zwischen dem französischen Kembs und dem deutschen Iffezheim wieder frei befahrbar.

Davor hatten die Schiffe vor den Schleusen warten müssen. Dadurch verzögerten sich die Warentransporte um einen ganzen Tag. Frachtunternehmen mussten zudem ihre Fahrpläne anpassen und mehr Schiffe auf die Strecke schicken.

Die französischen Behörden hatten die Massnahme mit Krankheitsfällen in der eigenen Belegschaft und der «langfristigen Aufrechterhaltung des Schleusendienstes» erklärt. In der Tat war das Elsass vom Coronavirus äusserst stark betroffen.

Es folgten mehrere Videokonferenzen, an denen die Schweizer Vertreter auf ein Ende der Nachtsperrungen pochten. Doch die Behörden blockten ab – zuletzt am Donnerstag vor einer Woche. Laut Auderset mit der Begründung, die momentan kooperativen, aber sonst sehr streitlustigen Gewerkschaften, könnten sich querstellen. Gehofft hatte die Schifffahrt dann auf das für Montag geplante Ende der strengen Anti-Coronamassnahmen von Frankreichs Präsident Macron. Diese Hoffnung erfüllt sich nun pünktlich mit dem Normalbetrieb ab Sonntagabend um 21 Uhr.