Uralte Plättli

Eindrücklich: Basler Archäologen finden am Marktplatz Reste des Grossbrands von 1377

Der Basler Marktplatz war einmal deutlich kleiner, hiess damals noch Kornmarkt und wurde von Bränden heimgesucht. Als 1377 ganze zwölf Liegenschaften abbrannten, baute man nicht neu auf, sondern vergrösserte einfach den Platz.

Was muss das gelodert haben, damals am 26. Februar 1377. Basel steckte mitten im Mittelalter, war um den Marktplatz herum richtig dicht bebaut und sowieso hiess der Platz noch Kornmarkt. Er war nach heutigen Massstäben winzig. Haus drängte sich an Haus, Holz war eines der Hauptmaterialien. Als das Feuer ausbrach, waren die Innenstadthäuser für die Flammen leichte Beute: Eine ganze Häuserzeile mit zwölf Liegenschaften brannte an jenem Wintertag gänzlich ab.

Jetzt haben Basler Archäologen weitere Spuren des Brandes gefunden: einen durchgehenden, noch gut erhaltenen Plattenboden. Er gehörte zum Fundament einer dieser Liegenschaften. Diese war, so der Basler Kantonsarchäologe Guido Lassau, eher Bewohnern der Oberschicht zuzuordnen. Die Platten, denen man gut ansehe, dass sie im Feuer gelegen hatten, deuten auf einen hochwertigen Ausbau hin. Bereits 2006 wurde in diesem Bereich ein stattlich gemauerter Gewölbekeller entdeckt.

Abgerissen statt neu aufgebaut

Die Ausgrabung wurde im Rahmen der Sanierung des Marktplatzes durchgeführt. Es war eine kurze Angelegenheit: Laut Lassau habe man Anfang Januar begonnen, nun sei die Grabung bereits abgeschlossen. Tiefer würde auch nicht gegraben, da es sich um Baugräben für Leitungsarbeiten handle. Entsprechend sei auch nicht mit mehr Resultaten zu rechnen.

Dennoch zeigen die Funde schön, wie sich die Basler Innenstadt entwickelt hat. Der heutige Marktplatz ist ein Bauwerk in der Mode von etwa 1900. Zuvor sah der Platz aus, wie ihn die Stadt nach dem Brand von 1377 hinterlassen hatte: Die abgebrannten Häuser wurden nicht mehr neu aufgebaut, stattdessen liess die Obrigkeit den damaligen Kornmarkt um die entsprechende Fläche erweitern. Die Archäologen gehen davon aus, dass in dieser Zeit auch der noch offene Birsig überwölbt wurde, der heute quer unter dem Platz dem Rhein zufliesst.

Derweil wird der heutige Marktplatz auch wieder saniert. Zu uneben war der Boden geworden, deshalb wird er in den kommenden Monaten vom Kanton erneuert. Dabei sind die heutigen Verhältnisse von «uneben» nicht mit denen des Mittelalters zu vergleichen. Wo uns heute noch ein paar Senkungen im Belag auffallen, war damals ein deutliches Gefälle von Ost nach West.

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