Offbeat-Session

Ein Philosoph an den Tasten

Das Brad Mehldau Trio bestreitet den zweiten Auftakt zur Offbeat-Saison

Nach der Gitarre das Piano: Larry Carltons Gastspiel im ausverkauften Atlantis war der vorgeschobene Auftakt, mit dem Brad Mehldau Trio eröffnet die Offbeat-Saison am Freitag nun regulär. Der amerikanische Pianist zählt zu den Grössten seines Fachs. Mit seinem spärlichen Spiel hat sich der 49-Jährige im Jazz und in der Klassik einen Namen gemacht – als Philosoph an den Tasten.

Im Mai veröffentlichte Mehldau mit «Finding Gabriel» ein Album, an dem er 18 Monate gearbeitet hat. Es ist ein grosser und mutiger Wurf, der Genregrenzen so konsequent missachtet, dass sich sogar wenig puristische Jazzfans vor den Kopf gestossen fühlen. Hier treffen Sprachsamples auf verzerrte Bässe, reiben sich Chöre an dissonanten Bläsern. Die Mixtur wird angepeitscht vom jungen Schlagzeug-Tausendsassa Mark Guiliana, der dank Offbeat im Sommer in Basel zu erleben war.

Doch das Album ist in seiner Vielschichtigkeit auf der Bühne kaum umsetzbar, und so tourt Mehldau aktuell mit seinem angestammten Trio. Mit Larry Grenadier am Kontrabass (ein Dozent am Jazzcampus Basel) und Drummer Jeff Ballard wird Mehldau aber auch mit gewohnter Jazz-Instrumentierung die eine oder andere Genre-Grenze überschreiten. (mat)

 

Brad Mehldau Trio
Musical Theater.

Fr, 27. 9, 20.15 Uhr.
www.offbeat-concert.ch

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