Cocktail
Dry Martini, please!

Philipp Kiefer ist Chef de Bar im Werk 8 im Basler Gundeldingerfeld. Jede Woche stellt er einen anderen Cocktail samt Rezept vor.

Philipp Kiefer
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Philipp Kiefer stellt jede Woche einen Cocktail vor.

Philipp Kiefer stellt jede Woche einen Cocktail vor.

Kenneth Nars

Olivenbäume sind zu beneiden. Denn sie haben Zeit, viel Zeit, können sie doch sehr alt werden. Die ältesten auf der griechischen Insel Kreta werden auf 4000 Jahre geschätzt. Ihre Frucht, die Olive, ist wegen ihrer Bitterkeit roh nicht geniessbar. Durch Einlegen in Wasser werden die Bitterstoffe ausgeschwemmt und die Olive essbar.

Grüne Oliven sind die unreifen Früchte des Olivenbaumes, schwarze die voll ausgereiften. Und diese sind auch die gesünderen, sie stecken voller Vitamine und Eisen und sollen gut für den Herz-Kreislauf sein.

An der Bar hat die Olive einen sicheren Platz. Nicht nur als Snack, sondern auch als Garnitur für den Martini-Cocktail, dem wahrscheinlich bekanntesten aller Drinks.

Seine Entstehungsgeschichte ist so trüb wie eine Olivenlake. Sicher ist, dass er anfangs des vergangenen Jahrhunderts erstmals schriftlich erwähnt wurde und schnell zum Drink der Hollywoodstars wurde; das Martiniglas mit der Olive wurde zum Logo vieler Bars weltweit.

Selbst James Bond konnte nicht ablehnen. Obwohl der britische Agent den Martini immer schütteln liess, wird der Klassiker im Rührglas gemixt.

Der «Dry Martini» besteht aus Gin und trockenem Wermut. Je kleiner der Wermutanteil, desto trockener der Drink. Oft wird auch nur das Eis mit Wermut gewaschen, um den Gin zu parfümieren.

Eine extreme Variante ist der «Montgomery-Martini». General Montgomery war im Unabhängigkeitskrieg dafür bekannt, nur dann einen Angriff zu starten, wenn er dem Gegner 15-fach überlegen war. So wird dieser Martini mit einem Gin/Wermut-Verhältnis von 15:1 gemixt.

Mit Einverständnis des Gastes wird heute die Olive auch mal durch eine Zitronenzeste ersetzt. Das Abspritzen der Zitronenschale über dem Drink verleiht frische Noten und wirkt der Süsse im Drink entgegen.

Ein Martini-Cocktail wird immer ohne Eis serviert, um den Drink nicht zu verwässern. Man kann darüber diskutieren, ob die Olive im Glas den Drink zerstört und besser als Beilage serviert wird. Wer das bittere, salzige Aroma der Olive mag, dem sei der «Dirty Martini» empfohlen. Hier gibt man dem Drink eine kleine Menge Olivenlake zu. Wohl bekomms!

Rezept für den Dry Martini:

6cl London dry Gin
2 Barlöffel trockener Wermut

Zutaten kaltrühren und in ein Martini-Glas abseihen. Dieses mit einer Zitronenzeste abspritzen und mit Oliven «à part» servieren.

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