Förnbacher Theater
Drummle, pfyffe und läschtere - das bietet «S Ridicule»

Helmut Förnbacher startet in die Vorfasnacht mit Schnitzelbängg, Tambouren und Pfeifern. Auch die Mischung aus frechen und nostalgischen Texten und Fasnachtsmusik überzeugt.

Sabrina Sutter
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Nur gekrönte Pfyfferinne dürfen auf die Bühne.

Nur gekrönte Pfyfferinne dürfen auf die Bühne.

Picasa

Es ist in diesem Jahr ein gehöriges Gedränge zwischen Neujahr und Fasnacht. Nur noch fünf Wochen Zeit bis zum Morgenstreich! Und so feiern auch die Vorfasnachtsveranstaltungen teilweise nur Stunden auseinander ihre Premieren. So auch «S Ridicule» der Helmut Förnbacher Theater Company. «E heerligi Nase voll Fasnacht!» heisst das diesjährige Stück, das seit Mittwoch aufgeführt wird und die Fasnächtler-Herzen höher schlagen lässt.

Pfyfferinnen, Tambouren und Schnitzelbängg: ein bunt gemischtes Programm für jeden Geschmack, gezeigt von aufgestellten Schauspielern und begabten Musikern. Das Stück beginnt mit einem musikalischen Prolog, darauf folgen zahlreiche kürzere Schauspiele und viele musikalische Einlagen. Bei «Soll y oder soll y nid?» stellen sich Sandra Förnbacher und Hanspeter Stoll die Frage, welche Themen man an der Fasnacht eigentlich aufgreifen und welche man lieber ruhen lassen sollte, eine alte Dame berichtet von einem aberwitzigen Ereignis auf dem Weg zum Marktplatz und ein erfolgreicher Politiker gibt seine Meinung über diverse Parteien wie zum Beispiel die SVP und SP kund.

Léonie und Rösli

Ebenfalls zur Tradition gehören Helmut Förnbacher und Hanspeter Stoll, verkleidet als die beiden alten Damen Leonie und Rösli, die sich über jeglichen Klatsch und Tratsch unterhalten. Erst ziehen sie über die neuste Technik her und wie schwierig die verschiedenen Geräte zu gebrauchen sind, dann fassen sie das Thema «Sex sells» auf und später wird, wie schon letztes Jahr, über die Basler Medien abgelästert.

Aber nicht nur Leonie und Rösli sorgen für Lacher im Publikum. Präsident Stepp – wer das wohl sein mag – wird wegen seiner Aussage «Make the Welt a better place» hochgenommen und die Schnitzelbänke Färimaa und Glettyse, die unterschiedlicher kaum sein könnten, behandeln nicht nur politische Themen sondern machen sich auch über Nespresso, Roger Federers zweite Zwillinge und Conchita Wurst her. Mit der Aussage «Jetzt mache mer dicht!», wird am Ende des Ridicule noch ein Schwenker auf das Ladensterben in Basel gemacht, das diesjährige Sujet der Basler Fasnacht.

Musik mit Schraubenschlüsseln

Für musikalische Highlights sorgen die Tambouren von pianoforte, die amtierenden Schweizer Meister. Bei einem ihrer Auftritte sorgen sie, als Handwerker verkleidet, allein mit Handwerkskisten und Schraubenschlüsseln für peppige Fasnachtsklänge. Zusammen mit den Pfyfferinnen, die alle entweder Pfyfferköniginnen sind oder waren, bieten sie das gewohnte hohe musikalische Niveau.

Bereits zum 17. Mal wurde das Ridicule als Vorfasnachtsveranstaltung im Badischen Bahnhof aufgeführt und auch diesmal war die Premiere im kleinen, heimeligen Theatersaal ein Erfolg. Die Schauspieler Helmut Förnbacher, seine Tochter Sandra Förnbacher, Markus Heiniger, Kristina Nel, Gisèle Rastberger, Hanspeter Stoll und Eugen Urfer überzeugten mit witzigen, frechen und philosophisch nostalgischen Texten.

Profis lassen sich nicht beirren

Dass sie nicht nur agieren, sondern auch reagieren können, beweisen Förnbacher und Toll bei einer ihrer Balkonszenen, als unerwartet eine Stimme aus dem Publikum die beiden auffordert, lauter zu reden. Dies wirft die beiden Profis jedoch nicht aus der Bahn: sie reagieren schlagfertig und gekonnt und entlocken dem Publikum durch den spontanen Bezug von «luter rede» auf Martin Luther ein weiteres Lachen.

Das Förnbacher-Theater ist eben nicht nur eine Bühne, auf der vorgetragen wird, sondern es ist ein Theater mit Herz. Mit auserlesener Fasnachtsmusik, gelungenen Schnitzelbängg und irrwitzigen Dialogen sorgt es auch in diesem Jahr für ausgezeichnete Unterhaltung und Vorfreude auf die baldige Basler Fasnacht.

Weitere Spieldaten: Fr, 8.1., um 20:00 Uhr, So, 10.1,. um 18:00 Uhr.

Weitere Daten: Sa 16.1., So 17.1., Fr 22.1., Sa 23.1., Fr 29.1., Sa 30.1., So 31.1., Do 4.2., Sa 6.2., So 7.2.

Tickets und Infos: 061 361 90 33, www.foernbacher.ch und Ticketcorner

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