Kooperation
Dreiland-Politiker bedauern den Rücktritt Guy Morins

Für die Politiker im Dreiland war Guy Morin ein wichtiger Kooperationspartner und eine Symbolfigur. Sie bedauern den Rücktritt des Basler Regierungspräsidenten.

Peter Schenk
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Wolfgang Dietz, Walter Schneider, Guy Morin und Jean Phillippe Amstein beim Grenzstein 6e aus dem Jahre 1930 hinter dem Zoll Weil Otterbach.

Wolfgang Dietz, Walter Schneider, Guy Morin und Jean Phillippe Amstein beim Grenzstein 6e aus dem Jahre 1930 hinter dem Zoll Weil Otterbach.

Tino Briner

Da Guy Morin kraft seines Amtes als Basler Regierungspräsident der Ansprechpartner für die Kooperation mit den elsässischen und südbadischen Nachbarn ist, reagierten diese überwiegend mit Bedauern darauf, dass er sich nicht mehr zur Wahl stellt.

Die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer kommentiert den Rücktritt Morins so: «Diese persönliche Entscheidung ist natürlich zu respektieren, dennoch bedaure ich sie sehr. Guy Morin ist für meine Behörde und mich persönlich ein verlässlicher Partner und wichtiger Motor in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit am Oberrhein. Er wird uns sehr fehlen.»

Bedauern über den Rücktritt Morins äussert auch Gaston Latscha, Präsident des Districtsrats, des konsultativen Parlaments des Trinationalen Eurodistricts Basel (TEB): «Guy Morin ist in der Agglomeration ein wenig der Anführer der Kooperation und dabei sehr gesetzt und engagiert. Er ist das Symbol der Zusammenarbeit und Ausdruck dessen, was der TEB ist. Ich hoffe, dass es gelingen wird, jemanden zu finden, der seine Aufgabe übernimmt.»

Chance für neuen Schwung

Jean-Marie Zoellé, Maire von Saint-Louis, zeigt sich optimistisch: «Basel war stets offen für die Kooperation und man hat immer jemanden dafür gefunden. Vielleicht ist das auch die Gelegenheit, mit neuem Schwung zu starten.»

Jean-Marc Deichtmann, Maire von Huningue und derzeit Präsident des TEB, wollte sich zur Entscheidung Morins nicht äussern, da dies eine Schweizer Angelegenheit sei, in die er sich nicht einmischen wolle.

Jörg Lutz, Oberbürgermeister von Lörrach teilt mit: «Guy Morin ist für die Stadt Lörrach ein verlässlicher Partner und Vordenker der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. ‎Seinen Entschluss bedaure ich persönlich.» Die Zukunft sieht er positiv: «Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit hat eine gute Tradition und wird von vielen Akteuren geschultert und vorangebracht. Das persönliche Engagement, wie es Guy Morin eingebracht hat, ist entscheidend für den Erfolg, aber ich bin überzeugt, dass die Kooperationen auch in der Nachfolge weiterhin einen hohen Stellenwert haben werden.»

Auch Wolfgang Dietz, Oberbürgermeister von Weil am Rhein, berichtet von einer guten Zusammenarbeit mit Morin, auch im Rahmen des TEB. Er verweist allerdings auch darauf, dass Weil häufig bei Dossiers mit den direkt zuständigen Regierungsräten Hans-Peter Wessels, Christoph Brutschin und Baschi Dürr zusammenarbeite.

Generell kommt Morins Entscheidung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Nach dem Rücktritt von Urs Wüthrich (SP) als Baselbieter Regierungsrat, der sich in der Oberrheinkonferenz intensiv für die grenzübergreifende Zusammenarbeit engagierte, entsteht leicht der Eindruck, dass ein Ansprechpartner aus Baselland fehlt und das Baselbiet weniger an der Zusammenarbeit interessiert seien.

Für weitere Verunsicherung sorgt die neue französische Grossregion Elsass/Champagne-Ardenne/Lothringen, in die die Region Elsass aufgegangen ist und die bisher einer der Hauptansprechpartner auf französischer Seite für Kooperationsfragen war.

Starke Signale der Schweiz

Manuel Friesecke, Geschäftsführer der Region Basiliensis, verweist darauf, dass es sich im Baselbiet um eine Übergangsfrist handle. «Isaac Reber hat das Dossier Anfang Jahr übernommen. Ausserdem ist Guy Morin 2016 noch Präsident der Oberrheinkonferenz und 2017 übernimmt die Schweiz die Präsidentschaft des Trinationalen Eurodistricts Basel (TEB). Das sind starke Signale.»

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