Basel
Dieser Veloparkplatz ist nur für Mutige geeignet

Die Begegnungszone wird in der Aeschenvorstadt ausgeweitet. Den Anfang macht ein Veloparkplatz an ungewohnter Stelle.

Daniel Nussbaumer
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Wer hier sein Velo abstellt, hat das Verkehrskonzept verstanden.

Wer hier sein Velo abstellt, hat das Verkehrskonzept verstanden.

Nicole Nars-Zimmer niz

Eingeklemmt zwischen Traminsel und Fahrspur in der Aeschenvorstadt, grad an der Kreuzung zum Bankverein, ist ein neues Veloparkfeld aufgemalt. Wer traut sich, hier sein Velo abzustellen? Zwei Polizisten winken lachend ab und verweisen auf das Amt für Mobilität. Eine Anwohnerin schimpft, was das wohl für eine seltsame Idee sei, die Fussgänger so zu behindern und die Velofahrer derart zu gefährden – «ein regelrechter Schildbürgerstreich».

Die Velofahrer selbst radeln ungerührt weiter. Steht die Ampel auf Rot, blicken sie nach unten und sind irritiert: Wo müssen sie jetzt warten? Bei den Autos oder auf dem weissen Feld oder gar auf dem gelben weiter vorne? Wer die Strasse zu Fuss überquert, weiss nicht, ob er auf eine Sperrfläche tritt oder auf einen Fussgängerstreifen. Bis elf Uhr wird der Parkplatz am Donnerstag von keinem Velofahrer als solcher erkannt oder benutzt. «Kein Wunder», meinen zwei patrouillierende Polizistinnen. Auch sie staunen über den neusten Streich des Basler Verkehrskonzeptes. Auf die Idee, das Velo mitten auf die Strasse und quer zu ihrem Verlauf hinzustellen, kommen wohl nur Verwegene.

«Ein gut ausgebautes Veloroutennetz und genügend attraktive Veloabstellplätze sind Voraussetzungen für eine hohe Akzeptanz des Velofahrens», schreibt das Amt für Mobilität auf seiner Homepage. Weiter heisst es: «Velofahrerinnen und Velofahrer sollen sich sicher fühlen und rasch vorwärtskommen.»

Ungewohnte Pinselmassnahme

Marc Keller, Mediensprecher des Baudepartementes, sieht bei dieser neuen «Pinselmassnahme» keine erhöhte Gefahr für die Velofahrer, da eher wenig Verkehr vom Aeschenplatz her durchfliesse. Ein Veloparkfeld an solcher Lage sei schon ungewohnt. Es sei jedoch geplant, die Aeschenvorstadt in naher Zukunft in das Verkehrskonzept der Innenstadt zu integrieren, wonach die Zufahrt beschränkt sei. Wann dies geschehe, sei noch unklar.

Ein zweiter Augenschein in der Aeschenvorstadt um 17 Uhr zeigt, dass die Velofahrer sich immer noch nicht trauen, hier zu parkieren. Vor der Buchhandlung Bider & Tanner stehen die Velos dicht gedrängt, das neue Parkfeld hingegen ist immer noch leer.

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