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Gratis mit Uber zur Impfzentrale fahren – das passt nicht allen

Bei der Konkurrenz kommt die neue Initiative nicht allzu gut an. Die Rede ist von ausgeklügelten Marketingstrategien und möglichem Interesse an Daten neuer Kunden.

Deborah Gonzalez
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Die Gratisfahrten werden über die App mit einem Aktivierungscode gebucht.

Die Gratisfahrten werden über die App mit einem Aktivierungscode gebucht.

Bild: Urs Bucher

Die Fahrten zu den Impfzentralen scheinen momentan der einzige Lichtblick für die Basler Taxiunternehmen. Denn seit dem Lockdown gibt es nicht allzu viele Fahrten, die die verschiedenen Taxizentralen durchführen. Doch auch dieser Lichtblick wird zumindest in Basel-Stadt getrübt. Denn Konkurrent Uber setzt nun auf Gratisfahrten. Ganz einfach soll das gehen: Die Fahrt wird über die App mit einem Aktivierungscode gebucht.

Bereits seit einer Woche bietet das Unternehmen Freifahrten im Wert von bis zu 40 Franken zum nächstgelegenen Impfzentrum und zurück für die erste Gruppe der Impfberechtigten an. Im Rahmen der Initiative zahlt Uber anstelle der Fahrgäste den selbstständigen Fahrern den Fahrpreis für die vermittelten Impffahrten.

Das Angebot ist auf 10'000 Fahrten beschränkt

Damit wolle Uber die Impfstrategie des Bundesrates und der Kantone unterstützen und medizinischem Personal und Mitarbeitern in Pflegeeinrichtungen sowie Senioren den Weg zur Immunisierung erleichtern, heisst es in einer Medienmitteilung des Unternehmens. Auch wolle das Unternehmen so den selbstständigen Unternehmern unter die Arme greifen.

«Mit dieser Aktion können wir unseren Teil dazu beitragen, dass die Impfungen eine hohe Akzeptanz finden und wir möglichst bald wieder zur Normalität finden. Gleichzeitig können die Fahrer von zusätzlichen Aufträgen profitieren», heisst es von Seiten des Uber-Schweiz-Chefs Jean-Pascal Aribot.

Das Angebot ist vorerst nur in Basel, Zürich, Genf und Lausanne verfügbar und zunächst auf 10'000 Freifahrten in der Schweiz und Deutschland beschränkt. Es soll bis zum 28. Februar gültig sein. Ganz so gut kommt die Initiative im Kreis der vielen Basler Taxiunternehmen allerdings nicht an. Es sei ein Marketing-Coup, man wolle nur Aufmerksamkeit erreichen und Werbung machen. Oder aber an die Daten neuer potenzieller Kunden herankommen, heisst es unter vorgehaltener Hand.

Mit Uber gleichzuziehen und nun auch Gratisfahrten zu Impfzentren anzubieten, kommt für die hiesigen Taxiunternehmen indes nicht in Frage. Bei der Taxi-Zentrale AG Basel, zu der unter anderem auch 33er Taxi AG und Mini-Cab AG gehört, heisst es etwa auf Anfrage: «Wir können es uns nicht leisten, unsere Kunden gratis herumzufahren.»