Heusler/Heitz

Die Wehmut bei Bernhard Heusler muss warten

Präsident Bernhard Heusler (links) und Sportdirektor Georg Heitz geben die FCB-Führung ab.

Präsident Bernhard Heusler (links) und Sportdirektor Georg Heitz geben die FCB-Führung ab.

Am Freitag wurde das Ende der Ära Heusler/Heitz beschlossen. Ihre Gedanken richten sich in die Zukunft.

Um 17.28 Uhr am Freitagabend überquert Bernhard Heusler die Strasse, macht sich auf den Weg zur Joggelihalle. Alleine. Die Leute grüssen ihn. Sie schätzen ihn. Er aber weiss noch nicht, was an diesem Abend genau auf ihn zukommen wird.

Als er kurz nach 21 Uhr dann vor die Medien tritt, ist er sichtlich erleichtert. Darüber, dass die ausserordentliche Mitgliederversammlung so über die Bühne ging, wie er sich das gewünscht hatte. Dass das Konzept von Bernhard Burgener und Marco Streller angenommen wurde. Und dass sein Lebenswerk in gute Hände übergeben werden wird. «Es wurde schon sehr viel bewegt. Es wäre schwer gewesen, wenn das Konzept und die Menschen dahinter das Vertrauen von den Mitgliedern nicht bekommen hätten.» Gleichzeitig betonte er, dass dieses Konzept nicht seine Idee gewesen sei.

Zum jetztigen Zeitpunkt ist das Konzept noch Zukunftsmusik. Noch ist Heusler Präsident. Noch bis zum 9. Juni, wenn an der ordentlichen Mitgliederversammlung die Stabsübergabe folgt. Doch wie geht es für Heusler weiter in den nächsten Wochen? «Selbstverständlich werden wir sehr intensiv zusammenarbeiten mit der neuen Führung. Das ist auch einer der Gründe, wieso wir in den letzten Wochen so sehr pressiert haben.» Der sportliche Bereich hätte es nicht verkraftet, wenn man alles erst Mitte Juni aufgegleist hätte und «wenn die Neuen in die Saison hätten starten müssen, mit Entscheiden, die wir gefällt haben.»

Emanzipation als Glück

Die Entscheide für die neue Saison, die solle die künftige Führung treffen. Aktuell werde viel geredet. Entscheide, wie den Vertrag von Manuel Akanji zu verlängern - was wie Heusler bekanntgab geschehen ist - habe man bereits zusammen gefällt. Es ist das, was Heusler nach Bekanntwerden der Machtübergabe als «Transitions-Phase» bezeichnete. Da er, zusammen mit seinen vier weiteren Verwaltungsräten geschlossen abritt, viel Know-How verloren geht, kann es so zumindest noch teilweise weitergegeben werden.

Und trotz aller Erfolge, die die Crew um Heusler hatte, will er festhalten, dass sich der Verein in den letzten Jahren emanzipiert hat. «Wechsel von Personen werfen diesen Club nicht um. Und wenn ich sage, dass die Trainerwechsel uns nicht umgeworfen haben, dann wird uns auch ein Wechsel auf dieser Ebene nicht umwerfen. Ich weiss, dass das nicht einfach sein wird, weder für mich, noch für den Club.»

Tagesgeschäft ruft 

Dass alles in den letzten Jahren so gut funktioniert hat sieht Heusler auch darin begründet, dass die Verwaltungsräte in den letzten Jahren zu Freunden geworden sind. Störte ihn vor ein paar Jahren noch der Titel eines Artikels, der besagt, sie seien «fünf Freunde», stimmt er dem heute vollumfänglich zu. «Das hat mir auch Mut gemacht und Kraft gegeben, um Entscheide zu fällen. Wir nehmen für uns aber weder in Anspruch, dass wir fehlerlos waren, noch, dass wir das Rad neu erfunden hätten.»

Letzteres wird er auch in den nächsten Tagen nicht tun. Er habe zwar Zeit gehabt, um das Ganze in den letzten Wochen etwas zu reflektieren, schliesslich habe es sich abgezeichnet. «Aber im Vordergrund stand diese Veranstaltung, das Führen und Leiten durch diesen Abend.» Der Trennungsschmerz, der sei noch nicht ganz da. «Ich glaube, das Gefühl des Loslassens und die Nostalgie, die werden in den nächsten Wochen stärker werden.»

Jetzt fokussiere er sich auf das Tagesgeschäft, weil nichts wichtiger ist, als das, was auf dem Rasen passiert. «Auch nicht diese Übergabe. Dafür stehe ich bis zum Schluss. Wenn ich am Samstagmorgen aufwache, dann zählt YB. Dann Sportliche ist das das Wichtigste.» So lässt es sich Heusler auch nicht nehmen, alle Mitglieder anzuweisen, am 25. Mai nach Genf zu gehen, an den Cupfinal. Wo er sein Lebenswerk mit einem Double noch veredeln will. Spätestens dann wird die Wehmut ein erstes Mal Platz finden. Dann naht das Ende. Doch bei allem, was er loslassen muss, wirkt Heusler wirklich entspannt. Gelassen. Glücklich. Auf diesen Zustand wird er um 17.28 Uhr bei seinem Gang in die Joggelihalle gehofft haben.

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