Riehen
Die SP will im Gemeinderat mehr Verantwortung übernehmen

Die Riehener Sozialdemokraten wollen mit einem starken Duo den verlorenen zweiten Gemeinderatssitz zurückerobern. Franziska Roth und Guido Vogel kandidieren für die Gemeinderatswahl vom 26. Januar. Ebenfalls möchte die SP im Einwohnerrat zulegen.

Tobias Gfeller
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Franziska Roth und Guido Vogel (beide SP) kandidieren für den Gemeinderat von Riehen.

Franziska Roth und Guido Vogel (beide SP) kandidieren für den Gemeinderat von Riehen.

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«Für Dich, Marco; Für Dich, Marianne.» Die SP sucht in Riehen den ganz persönlichen Kontakt zur Bevölkerung. Rund fünfzig verschiedene Vornamen werden auf den Wahlplakaten angesprochen. Dies soll aber nicht nur an den Wänden so sein, sondern auch im aktiven Strassenwahlkampf und im politischen Betrieb allgemein. «Wir wollen im Exekutivamt näher an den Bedürfnissen der Menschen sein und nicht nur im Büro sitzen», sagt Gemeinderatskandidatin Franziska Roth. So zieht es die SP im Wahlkampf nicht nur vor die gängigen Einkaufsmöglichkeiten im Dorfzentrum und im Rauracher, sondern auch in die Quartiere.

Am Freitag lancierten Parteipräsident Martin Leschhorn und seine beiden Kandidierenden Guido Vogel und Franziska Roth die heisse Phase des Wahlkampfs. Spätestens nach dem zweiten Wahlgang am 23. Februar will die SP wieder mit zwei Gemeinderäten und bestenfalls mit Guido Vogel als Gemeindepräsident dastehen. Auch im Einwohnerrat will die SP zulegen.

«Wollen Verantwortung übernehmen»

Die SP überlegte sich lange, ob sie auch in den Kampf ums Gemeindepräsidium einsteigen soll. Dass Guido Vogel antritt, hat sicherlich wahltaktische Gründe, um noch mehr Aufmerksamkeit für den eigenen Kandidaten zu erhalten, aber auch inhaltliche, wie Martin Leschhorn erklärt. «Es wird von der Parteibasis erwartet, dass wir mit einem eigenen Kandidaten antreten. Wir wollen Verantwortung übernehmen und ein Zeichen gegen aussen setzen, dass wir den Anspruch haben, in Riehen etwas zu bewegen.»

Das Antreten Vogels sei nicht als Gegenkandidatur zu Christine Kaufmann (EVP) zu werten, stellt Leschhorn klar. «Wir haben bereits für den Wahlabend am 26. Januar ein Treffen mit der EVP und den Grünen vereinbart, um das weitere Vorgehen für den zweiten Wahlgang zu besprechen.» Dass die drei Partner einen eigenen Wahlkampf bestreiten, sei wichtig, um ein breiteres Wählerspektrum anzusprechen.

In Riehen Arbeitsplätze schaffen

Die SP ist überzeugt, mit Einwohner- und Grossrätin Franziska Roth und Unternehmer Guido Vogel selbst ein breites Spektrum bis hin zu bürgerlichen Kreisen ansprechen zu können. Roth möchte sich für einen effektiven Schulbetrieb einsetzen. «Die finanziellen Mittel sollen möglichst direkt in die Klassenzimmer fliessen und nicht in der Verwaltung hängen bleiben. Darum soll nach dem Aufbau der harmonisierten Schule die ganze Projektorganisation wieder abgebaut und nicht einzelne Stellenprozente in die Linie übernommen werden.» Auch die Angebote für Tagesstrukturen und Mittagstischplätze liegen Roth am Herzen.

Vogel wünscht sich ein Riehen, in dem auch Arbeitsplätze geschaffen werden. Die geplante Gewerbezone am Hörnli begrüsst er ausdrücklich. Dass sich Riehen nicht als Industriestandort eignet, sei ihm bewusst. «Bei entsprechendem Raumangebot können aber junge und innovative Lifescience- und IT-Betriebe mit dazugehörenden Ausbildungsplätzen angelockt werden.»

Dies alles ist aber nur mit der Aufrechterhaltung einer ausgezeichneten Infrastruktur zu haben und die SP werde weiterhin alles daran setzen, diese auch für die Zukunft sicherzustellen. «Ohne einen funktionierenden Service Public ist dies unmöglich und wir werden, wie dies in der Vergangenheit immer wieder geschehen ist, mit all unserer Macht dagegen antreten, wenn dieser substanziell infrage gestellt wird.»