FC Basel
Die Kurve ist der Ort, wo das rotblaue Herz mit am lautesten schlägt

Der FC Basel bietet auf dem Rasen Höchstleistungen. Für das lieben ihn seine Fans. Doch auch wenn es nicht perfekt für die Rot-Blauen läuft, können sie sich der Unterstützung ihrer Nummer 12 sicher sein. Ein Blick auf den unbekannten Mythos - die Muttenzerkurve.

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Europaweit bekannt und ausserhalb des D-Parketts dennoch fremd: Die rotblaue Fankurve im St.Jakob-Park mit den Treuesten der Treuen.

Europaweit bekannt und ausserhalb des D-Parketts dennoch fremd: Die rotblaue Fankurve im St.Jakob-Park mit den Treuesten der Treuen.

Keystone

Der FC Basel könnte auch Glasboxen für neue Logen in die Muttenzerkurve bauen, dort Sushi und Cüpli servieren und einen dicken Batzen dafür einstreichen. Es würde sich wohl lohnen – rein wirtschaftlich.

Die Fans hinter dem Tor bringen dem Klub nicht das meiste Geld. Das weiss die Klubführung. Sie weiss aber auch – heute mehr denn je –, was sie an den jungen, wilden, lauten und manchmal auch widerspenstigen und radikalen Menschen hat, die das D-Parkett ihr Daheim nennen.

Es sind Fans, welche unzählige Stunden aufwenden, um eine Choreografie zu entwerfen und basteln, die für wenige Minuten das ganze Stadion verzaubert. Die Kilometer um Kilometer reisen, um den FCB zu unterstützen. Ob in Sion, St. Gallen, Lausanne – oder Tallinn, Molde, Dnipropetrovsk und St. Petersburg. Es sind die Fans, die 20 Mal die Stühle für ein internationales Spiel in die Kurve montieren, und danach wieder ausbauen für Stehplätze in der Liga. Und es sind die Fans, die Präsident Bernhard Heusler zur Diskussion laden, statt ihn für die Entlassung von Trainer Heiko Vogel zu verurteilen.

Die Muttenzerkurve ist es, die nicht pfeift, wenn der dritte Rückpass gespielt wird, wenn einmal eine Flanke keinen Kopf findet oder ein Doppelpass misslingt. Die Kurve ist es, die von den Spielern stimmgewaltig Einsatz und Kampf fordert. Weil viele in der Kurve gern das rotblaue Trikot tragen und sich für den FCB zerreissen würden.

Die Muttenzerkurve ist ein Mythos, trotz europaweiter Bekanntheit eine grosse Unbekannte. Sie kann bedrohlich wirken und abweisend, arrogant. Die Fans ecken an, und sie wollen anecken. «Sinnwidrig und Läbensfremd» schrieben sie auf eine Choreografie in St. Gallen. Sie stehen für ihre Ideale ein, selbst wenn das zu Konfrontationen führt.

Die Muttenzerkurve verleiht dem FC Basel ein grosses Stück Seele. Die Kurve ist der Ort, wo das rotblaue Herz mit am lautesten schlägt. Von den Glasboxen in der Kurve ist der FC Basel ungefähr so weit entfernt wie der FC Sion von einem langjährigen Trainer. Der Klub steht zu seinen Fans. Und sie zu ihm. (nbo)