Unsere kleine Stadt
Die «Klimaschutz-Loki» Basel schafft Tausende Arbeitsplätze

Daniel Wiener, der in Liestal aufgewachsene, in Basel lebende Autor ist Journalist, Kulturmanager, Unternehmer und Berater.

Daniel Wiener
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Nachhaltige Energienutzung ist rentabel geworden. Das gilt schon länger für die Wärmedämmung von Gebäuden und für Solarthermie (Warmwasser-Kollektoren). Dank sinkender Preise entwickeln sich auch die Fotovoltaik (Sonnenstrom) und die Windkraft in diese Richtung.

Nachhaltige Energienutzung ist rentabel geworden. Das gilt schon länger für die Wärmedämmung von Gebäuden und für Solarthermie (Warmwasser-Kollektoren). Dank sinkender Preise entwickeln sich auch die Fotovoltaik (Sonnenstrom) und die Windkraft in diese Richtung.

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Basel-Stadt soll «Klimaschutz-Lokomotive» werden. Doch was könnte das konkret bedeuten? Kern des Klimaschutzes ist die Abkehr von fossilen Energien. Die Milliarden, die wir heute für Öl und Gas ins Ausland pumpen, investieren wir besser in der Schweiz. Klimaschutz ist somit auch ein Wirtschaftsprogramm, das hier Arbeitsplätze schafft, ohne den Staatshaushalt zu belasten. Nachhaltige Energienutzung ist rentabel geworden. Das gilt schon länger für die Wärmedämmung von Gebäuden und für Solarthermie (Warmwasser-Kollektoren). Dank sinkender Preise entwickeln sich auch die Fotovoltaik (Sonnenstrom) und die Windkraft in diese Richtung. Die finanziellen Anreize, die einst dafür nötig waren, werden schrittweise verschwinden.

Als «Klimaschutz-Lokomotive» wird der Kanton in 15 Jahren mit (noch) besserer Lebensqualität und höherem Wohlstand punkten:

  • Basel, Riehen und Bettingen werden im Glanz von Solardächern erstrahlen. Dieser kräftige Ausbau der Fotovoltaik schafft Tausende von neuen Arbeitsplätzen, bei Planerinnen, Solarmonteuren und Elektrofachgeschäften.
  • Der beschlossene Ausbau der Fernwärme, effiziente Holz- und Biomassekraftwerke sowie die Nutzung von Erdsonden garantieren der Bauwirtschaft kontinuierlich Aufträge – mit Geld, das heute für Öl und Gas in den Nahen Osten und nach Russland fliesst.
  • Möglichst viele Autofahrten durch einen attraktiven öffentlichen Verkehr, Velos und Elektrobikes zu ersetzen, befreit die Strassen für jene, die wirklich auf Automobilität angewiesen sind: Zum Beispiel Rettungsfahrzeuge, Behindertentransporte, Logistik und das Gewerbe.
  • Der geplante Umbau der BVB-Busflotte auf Strom trägt dazu bei, die Luftverschmutzung zu senken. Das Gleiche gilt für elektrische Lieferfahrzeuge.
  • Sharing-Angebote und regelmässige, direkte Bahnverbindungen ins In- und Ausland, inklusive Nachtzüge, schaffen Anreize, das eigene Auto zu verkaufen. Den verbleibenden, elektrischen Motorfahrzeugen stehen dadurch mehr Parkplätze zur Verfügung.
  • Basel wird grüner: Da die Klimaerhitzung schon heute in der Stadt besonders stark spürbar ist, muss eine «Klimaschutz-Lokomotive» in die Bäume, Sträucher und Kletterpflanzen auf Strassen, Plätzen, Hinterhöfen, Fassaden und Dächern investieren. Flachdächer lassen sich mehrfach nutzen: Unter einem schattenspendenden Solarpaneel können Pflanzen gedeihen und sich Menschen zum Sommerplausch treffen.
  • Quartiermärkte sowie Gewerbe und Läden mit Produkten aus der Umgebung tragen weiter zur Senkung des ökologischen Fussabdrucks Basels bei – und stärken regionale Wertschöpfungsketten.

Basel ist nicht allein mit solchen Zielen. Ohne «Klimaschutz-Lokomotive» läuft der Kanton Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten.