Öffentlicher Verkehr
Die grossen Plätze sind am gefährlichsten: Basler Regierung will Verkehrssicherheit erhöhen

Zu 211 Tramunfällen ist es in Basel-Stadt zwischen 2011 und 2016 gekommen. Einen eigentlichen Tramunfall-Schwerpunkt gibt es laut der Basler Regierung aber nicht.

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Der Aeschenplatz: Links der Hauptsitz der Bank Coop, rechts die Redaktion der Basler Zeitung.

Der Aeschenplatz: Links der Hauptsitz der Bank Coop, rechts die Redaktion der Basler Zeitung.

Keystone

Am meisten Tramunfälle haben sich gemäss einer Auswertung der Basler Kantonspolizei am Aeschenplatz ereignet, wie die Regierung am Freitag in einer Antwort auf eine Interpellation aus dem Grossen Rat schreibt. Neun Unfälle wurden dort von 2011 bis 2016 registriert. Dabei gab es einen Schwerverletzten und zwei leicht verletzte Personen.

Sieben Unfälle haben sich je an der Lörracherstrasse in Riehen BS sowie an der Kreuzung Centralbahnstrasse/Markthallenbrücke ereignet. Dort wurden insgesamt vier Personen schwer und fünf Personen leicht verletzt. Zu je sechs Unfällen kam es am Centralbahnplatz, an der Kreuzung Viaduktstrasse/Innere Margarethen bei der Markthalle, an der Zürcherstrasse sowie am Dreispitz.

Je vier Tramunfälle wurden zudem am Kannenfeld- und am Lothringerplatz registriert sowie an der Kreuzung Steinentorstrasse/Stänzlergasse, beim Zoo-Parkplatz an der Binningerstrasse sowie an der Kreuzung Walkeweg/St. Jakobs-Strasse. Die übrigen Unfällen ereigneten sich an unterschiedlichen Orten.

Keine negativen Veränderungen

Unfälle mit Trams häufen sich gemäss Regierung zahlenmässig dort, wo viele Menschen auf viele Fahrzeuge treffen. An grösseren Knotenpunkten wie am Centralbahnplatz, Barfüsserplatz oder Aeschenplatz seien in den vergangenen Jahren indes keine besondere Häufungen oder negative Veränderungen festzustellen.

Als häufigste Unfallursache nennt die Polizei ein Missachten des Vortrittsrechts, weshalb es zu 22 Unfällen gekommen war. Bei 16 Unfällen wurde ein Lichtsignal missachtet. Sechs Unfälle haben sich ereignet, weil eine Zeichengebung oder eine Signalisation nicht beachtet worden war. Die weiteren Unfälle hatten unterschiedliche Gründe.

Zu den Unfall-Verursachern macht die Regierung keine Angaben. Die Polizei, auf deren Daten sich die Regierung stützt, mache nur eine Sachverhaltsaufnahme. Die abschliessende strafrechtliche Beurteilung erfolge durch die Staatsanwaltschaft. Nicht eingerechnet sind in den Zahlen der Kantonspolizei zudem Stürze beim Ein- und Aussteigen oder bei abruptem Bremsen des Trams.

Neuer Verkehrssicherheitsplan

Die Verkehrssicherheit soll weiter erhöht werden, hält die Regierung fest. Einen neuen Verkehrssicherheitsplan mit entsprechenden Massnahmen will sie im kommenden Jahr dem Parlament vorlegen.

Eine Entspannung der Situation am Centralbahnplatz erhofft sich die Regierung auch durch den geplanten Umbau der Margarethenbrücke mit verbesserten Zugängen zum Bahnhof SBB. Für die vorgesehenen Umbauten der Knoten Aeschenplatz und Heuwaage laufen Studien und Planungen.

Bei Umbauten von Tramhaltestellen würden die Belange der Verkehrssicherheit zudem berücksichtigt. Im Weiteren seien mehrheitlich Trams mit abgerundeten Fronten und Radverkleidungen im Einsatz, die das Risiko gravierender Unfälle mit Fussgängern deutlich reduzieren würden. In der Innenstadt seien die Trams zudem mit maximal 30 Kilometern pro Stunde unterwegs.

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