Märchenhaft
Die Blumenkönigin und ihre Prinzessin – zu Besuch im Märchengarten auf dem Margarethen-Hügel

Claudia Sprecher hat sich mit ihrem Garten Kinderträume erfüllt. Und ihrer Tochter gleich mit.

Delphine Conzelmann
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Claudia Sprechers Schrebergarten
11 Bilder
«Gartenträume» wollte Claudia Sprecher hier verwirklichen.
Viel Liebe zum Detail findet man in Claudia Sprechers Schrebergarten.
Das eigentliche Prunkstück hier ist das neu renovierte Gartenhaus.
«Gartenträume» wollte Claudia Sprecher hier verwirklichen.
Die Blumen sind hübsch arrangiert. Der Schrebergarten von Claudia Sprecher und Lea beim Sonnenbad Margarethe.
Sogar eine Hängematte hat Platz im Garten
«Gartenträume» wollte Claudia Sprecher hier verwirklichen.
Ein kleines Idyll beim Sonnenbad Margarethe. Der Schrebergarten von Claudia Sprecher und Lea beim Sonnenbad Margarethe.
Das eigentliche Prunkstück hier ist das neu renovierte Gartenhaus.
Das eigentliche Prunkstück hier ist das neu renovierte Gartenhaus.

Claudia Sprechers Schrebergarten

Martin Toengi

Im Schrebergarten von Claudia Sprecher geht es märchenhaft zu und her. Blumen und Bäume werden hier zu lebendigen Wesen. Die eitle «Rose la Reine», die lustige «Lotti Geissblatt», der Efeu-Elf und der eigentliche König des Gartens, Apfelbaum «Le Chef», lassen zwischen den Hecken eine Märchenwelt entstehen. Eine Prinzessin darf im Märchen natürlich nicht fehlen: Sprechers Tochter Lea hat im Garten der Mutter die ideale Spielwiese entdeckt. Ihr eigenes kleines Reich hat sie sich erschaffen, mit Hängematte, Gartenzwerg und viel Platz für Fantasie. Hier werden aber nicht nur Mädchenträume wahr. Den Schrebergarten beim Sonnenbad in Binningen hat Sprecher ursprünglich für sich selbst gepachtet: «Ich wollte einen Rückzugsort, an dem ich mich entspannen und Kraft tanken kann», erzählt sie.

Die Energie auf dem Margarethen-Hügel ist einzigartig, ist sie sich sicher. Und vielleicht sogar besonders weiblich: «Meistens sind es Frauen, die sich von meinem Garten angezogen fühlen und mich darauf ansprechen.» Die Gespräche über die Hecke, die so entstehen, gäben ihr meist das schöne Gefühl, mit ihrem Werk anderen eine Freude machen zu können. Anfänglich war ihr der Ort des Gartens, der direkt an den Friedhof angrenzt, nicht ganz geheuer. «Da haben mich aber vor allem Kindheitsängste bewegt», meint Sprecher.

Heute ist ihr Garten für sie ein Ort der Entspannung und Freude. Auch, oder gerade dann, wenn Arbeit anfällt: «Beim Jäten und Graben kann ich alles andere vergessen», meint sie. Weil sie als alleinerziehende, berufstätige Mutter fürs Gärtnern aber nicht viel Zeit hat, hat sie sich auf ihrem Areal dafür auch nicht zu viel Fläche eingeräumt. Was ihre Oase ausmacht, ist das «Gartenhäuschen», das sie mit viel Liebe und Aufwand so umgebaut hat, dass es den Seiten eines Wohnkultur-Magazins entsprungen sein könnte.

Hier konnte sie sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen: An den langen, mächtigen Holztisch lädt sie oft ihre Freunde ein. «Hier oben haben wir Platz genug, und man fühlt sich automatisch wohl».

Das findet auch Lea, die selbst gerne Freundinnen hierher mitnimmt. Die Familiengarten-Mitglieder haben nämlich freien Zutritt zum «Sunnebeedli», was das Areal besonders im Sommer zu einem Kinderparadies macht. «Wenn wir nicht schwimmen gehen, spielen wir Blumenmädchen», erzählt Lea. Die wirkliche Blumenkönigin bleibt aber ihre Mutter, die mit viel Herzblut aus einem einfachen Schrebergarten ein Märchenland gezaubert hat.