170 Jahre
Die blaue «Brief-Einlage» kurz vor ihrem Geburtstag

Kurz vor ihrem 170. Geburtstag erleben die Briefkästen mehr Aufmerksamkeit als sonst – allerdings nicht wegen des Jubiläums.

Martina Rutschmann
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Einer der noch sechs «Berri-Briefkästen» befindet sich am Spalentor.

Einer der noch sechs «Berri-Briefkästen» befindet sich am Spalentor.

Kenneth Nars

Zwei Japanerinnen stehen mit einem Dutzend Postkarten in der Hand vor der «Brief-Einlage» am Spalentor, fotografieren den Briefkasten – und gehen mit den Postkarten in der Hand weiter. «Halt!», will man da schreien und erklären, dass der «Basler-Dybli»-Briefkasten nicht nur aussieht wie ein öffentlicher Postkasten, sondern auch einer ist.

Dies mögen Einheimische im Vergleich zu Touristen zwar wissen, doch auch sie ziehen die klassischen gelben Briefkästen den kunstvollen Pendants des Architekten Melchior Berri vor: Bei der Schweizerischen Post vermutet man, die «Basler-Dybli»-Briefkästen würden weniger genutzt als die gelben: «Dicke Umschläge haben in der schmalen Öffnung teils keinen Platz», begründet Nathalie Dérobert von der Post.

Adventszeit ist Highlight für Post

Anders sieht es während der Adventszeit aus: An Spitzentagen werden bis zu 20 Millionen Briefe versendet. So jedenfalls war es im vergangenen Jahr. Nur ein Bruchteil dieser Briefe landet in einem der verbleibenden «Basler-Dybli»-Briefkasten, mehr Aufmerksamkeit als in anderen Jahreszeiten dürften in der Adventszeit aber auch sie erhalten.

Im kommenden Jahr ist es genau 170 Jahre her, seit die «Basler-Dybli»-Briefkästen zusammen mit der weltberühmten gleichnamigen Briefmarke in Betrieb genommen wurden. Und genauso, wie die Briefmarke inzwischen zu einer Rarität geworden ist, sind es die Briefkästen. Im Kleinbasel und in Riehen gibt es jeweils noch einen am Lindenberg und bei der Alten Kanzlei, die anderen vier finden sich im Grossbasel am Spalentor, am Münsterplatz, in der St. Alban-Vorstadt und beim Stadthaus.

Zusätzlich zu den öffentlichen «Berri-Briefkästen» gibt es noch ein paar privat genutzte Exemplare. Hier tut aber gut daran, wer seine für die Ferne bestimmten Postkarten nicht einwirft.

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