Die Tiktoker - Teil 1
Die Basler Tiktoker «Kevnkev» erobern tanzend die Wahrzeichen der Stadt

Das Duo Kevin Bannier und Kevin Buck zeigt seine Tanzeinlagen in der beliebten App Tiktok. Peinlich ist ihnen dabei gar nichts.

Deborah Gonzalez
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Laut ertönt die Musik am Münsterplatz aus einem Handy, das auf einer Sporttasche liegt. Immer wieder ertönt das gleiche Lied von Neuem. Genau 15 Sekunden lang. Dahinter streckt sich das Basler Münster empor. Es dient als Hintergrund für das neue Tanz-Video des beliebten Tiktok-Duos Kevin Bannier und Kevin Buck.

Immer wieder bleiben Menschen stehen und schauen zu, Gesprächsfetzen wie «Das sind die», «Tiktok-Tänzer» oder «Oh mein Gott, wie cool» sind zu hören. Das Duo ist Schaulustige und Fans gewohnt, schliesslich sind sie auf allen Social-Media-Kanälen aktiv. Um sich davon ein Bild zu machen, braucht es Zahlen: Die gemeinsame Tiktok-Seite zählt insgesamt 34'000 Follower und über eine halbe Million Likes.

Kevnkev bei der Aufzeichnung eines Tanzes im Studio.

Kevnkev bei der Aufzeichnung eines Tanzes im Studio.

Kenneth Nars

Ihre Seite besteht ausschliesslich aus Tanzvideos, mal sind es bekannte Choreografien von anderen Tiktoktern, mal sind es ihre eigenen. «Wenn wir Tänze machen, die gerade voll im Trend sind, sehen mehr Leute unsere Videos an, weil wir dann automatisch auf der for-you-page landen», erklärt der 19-jährige Kevin Bannier. Wer auf diese Seite kommt, der hat einiges erreicht. Denn dann wird man der Mehrzahl von Tiktok-Usern angezeigt, erlangt grössere Bekanntheit und generiert neue Follower. Letztere sind die Währung der Social-Media-Jugend. Einer grossen Followerzahl folgen meist weitere Aufträge, so auch bei KevnKev, wie sich das Duo nennt. Erst kürzlich haben die zwei für den SRF-Einspieler eine Choreografie getanzt. «Mit unserer Leidenschaft Geld zu verdienen, ist ein super Gefühl», sagt Kevin Buck.

Bekannte Basler Orte als Markenzeichen

Aber das Influencer-Dasein ist nicht seine einzige Einnahmequelle. Der ebenfalls 19-jährige Buck absolviert eine KV-Lehre. Tiktok sei seine Leidenschaft und ein Nebenjob. Angefangen habe das Ganze aus Spass. Bereits seit Kindertagen tanze er, anfangs noch Breakdance. Seinen Tiktok-Tanzpartner hat er vor zwei Jahren in einer Tanzgruppe kennen gelernt. Während Buck immer wieder in neuen Gruppen untergekommen ist, tanzt Bannier schon seit 12 Jahren für die gleiche. Mit ihr ist er schon in Chicago aufgetreten.

Bannier hingegen fokussiert sich auf die sozialen Medien. Auf Tiktok hat der Basler über 1,2 Millionen Follower und mehr als 16 Millionen Likes. «Das Tanzen ist mein Leben, darum bin ich stolz, dass sich so viele Menschen für mich und meine Leidenschaft interessieren und unterstützen», sagt er. Durch die sozialen Medien habe er grosse Werbepartner wie Nintendo und Puma an Land gezogen. «Mit dem, was einem Spass macht und gleichzeitig anderen eine Freude zubereitet, noch Geld zu verdienen, ist genau das, was ich mir gewünscht habe.»

«Es ist sehr wichtig, den Followern im Gedächtnis zu bleiben»

Für die jeweils 15 Sekunden langen Tiktok-Videos plant das Duo mitunter einen ganzen Tag ein. Inklusive zahlreicher Outfit- Wechsel. «So können wir mehrere Videos aufnehmen, die wir dann an verschiedenen Tagen hochladen», sagt Buck. Ihre Community müsse jeden Tag etwas sehen, ansonsten könnte das Duo an Reichweite verlieren. «Es ist sehr wichtig, den Followern im Gedächtnis zu bleiben.» Genau deshalb hätten sie sich auch für die Basler Orte in ihren Videos entschieden.

Wir wollen zeigen, dass wir Basler sind, uns auch eine Einzigartigkeit schaffen.

Dem Grossteil ihrer Follower sind die beiden Kevins bereits als das Basler-Tanzduo bekannt. Sie tanzen auf Brücken, auf dem Marktplatz oder eben vor dem imposanten Münster. Es müssen bekannte Spots sein, sagt Bannier. Und: «Wir wollen zeigen, dass wir Basler sind, uns auch eine Einzigartigkeit schaffen. So erkennt man uns mittlerweile.»

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