Hochschule für Gestaltung und Kunst
Die Basler Soho soll grösser werden als das Original

Die Hochschule für Gestaltung und Kunst stellt ihren neuen Campus auf dem Dreispitz drei Monate vor der Eröffnung vor. Rund 700 Studenten und 200 Dozierende finden in den neuen Gebäuden Platz.

Céline Feller
Drucken
Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung und Kunst an der Oslostrasse 3 in Basel.
15 Bilder
Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung und Kunst an der Oslostrasse 3 in Basel.
Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung und Kunst an der Oslostrasse 3 in Basel.
Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung und Kunst an der Oslostrasse 3 in Basel.
Das neue Gebäude der Hochschule für Gestaltung und Kunst
Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung und Kunst an der Oslostrasse 3 in Basel.
Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung und Kunst an der Oslostrasse 3 in Basel.
Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung und Kunst an der Oslostrasse 3 in Basel.
Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung und Kunst an der Oslostrasse 3 in Basel.
Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung und Kunst an der Oslostrasse 3 in Basel.
Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung und Kunst an der Oslostrasse 3 in Basel.
Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung und Kunst an der Oslostrasse 3 in Basel.
Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung und Kunst an der Oslostrasse 3 in Basel.
Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung und Kunst an der Oslostrasse 3 in Basel.
Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung und Kunst an der Oslostrasse 3 in Basel.

Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung und Kunst an der Oslostrasse 3 in Basel.

Juri Junkov

50 Hektaren gross ist das Industrie- und Gewerbeareal Dreispitz. Dereinst soll daraus ein eigener Stadtteil werden. So sieht es die 2010 entwickelte Vision der Basler Architekten Herzog und de Meuron jedenfalls vor.

Ein Teil davon soll der neue Campus der Künste, der neue Standort der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW (kurz HGK) werden. Bis jetzt sind die insgesamt zehn Institute der HGK in der ganzen Stadt und darüber hinaus bis nach Muttenz und Aarau verteilt. Ab dem 12. September dieses Jahres werden alle Institute auf dem neu errichteten Campus zusammengeführt.

Vierteiliger Standort

Um den rund 700 Studierenden und den gut 200 Dozierenden genügend Platz zu geben, werden aus bereits bestehenden und neu errichteten Bauten vier Teilbereiche entstehen. Der Erste davon ist das neu errichtete Hochhaus. Es ist das Herzstück des künftigen Standorts und Heimat der Medienlounge, der Bibliothek, der Aula und eines Ausstellungsorts. Ausserdem soll das durchlässige Erdgeschoss als Verbindung zwischen den Innen- und den Aussenräumen dienen.

Vor dem Hochhaus befindet sich ein grosser Platz, der als Treffpunkt dienen soll. Von dort aus sind die anderen Teilbereiche gut zu sehen: Da wäre zum einen die Werkstätte, die in einem bereits bestehenden Gebäude ihren Platz findet, zum anderen der Pavillon-Neubau, der erst Ende Mai fertig sein wird, und dann noch das Atelier. Letzteres wird auch in einer bereits vorhandenen Halle untergebracht sein: dem ehemaligen Zollfreigebäude.

Durch das denkmalgeschützte Haus führten David Wyss, Leiter des Entwicklungsbüros der HGK, und die Direktorin Kirsten Langkilde am Donnerstag einige Medienschaffende. Dabei wurde deutlich, dass auf einen pragmatischen Stil Wert gelegt wird. Das liegt sicher auch daran, dass an der Fassade gar nichts und innen nur mit angezogenen Samthandschuhen etwas verändert werden durfte, wie Wyss erklärt. Aber auch im Hochhaus geht die Tendenz hin zum Pragmatismus: «Es wird eine Art Edelrohbau», erklärt Wyss.

Praktischer und urbaner

Der neue Standort hat für die HGK viele Vorteile. Zum einen ist die Hochschule durch die Zusammenlegung «endlich eine klassische Hochschule», so Langkilde. Ausserdem wird die interdisziplinäre Belegung von Kursen einfacher werden, und durch das Teilen der Infrastruktur können finanzielle Vorteile entstehen. Wyss sieht neben diesen Gewinnen aber noch einen weiteren: das Umfeld. «Wir haben hier Nachbarn aus der Welt der Kunst und Kultur (in der Nachbarschaft sind beispielsweise das Haus der Elektronischen Künste, das Radio X oder ein Ausstellungsraum von Herzog & de Meuron, Anm. d. Red.). Wir hoffen auf einen guten Austausch mit diesen Partnern. Auch das Kleingewerbe, wie zum Beispiel die Schreinerei, die nebenan ist, könnte ein Vorteil sein», so Wyss.

Auch wenn das Dreispitz-Areal etwas weg von seinem Industrie-Charakter will, urban soll es bleiben. «Deshalb haben wir uns bewusst für diese Bauweise entschieden. Damit das Landschaftliche aber nicht ganz abhanden kommt, und damit sich die Studenten wohler fühlen, wird in absehbarer Zeit noch eine Verbindung zum Brüglingerfeld - also mitten ins Grüne - gebaut. Wie diese aussehen soll, ist noch nicht klar. Inspirieren liessen sich Herzog und de Meuron bei ihrer Vision eines eigenen Stadtteils übrigens von keiner anderen Stadt als New York - oder einzelnen Teilen davon.

Während der Norden von Manhattan inspiriert ist und dementsprechend dicht bebaut ist, ist der Süden mit seinen flachen Bauten an den New Yorker Stadtteil Queens angelehnt. Der mittlere Teil, in dem die HGK beheimatet ist, soll sich Soho zum Vorbild nehmen. Klein Soho in Basel - und erst noch zwanzig Hektar grösser.