Corona
Die Art Basel findet im Juni nun doch statt – wenn auch nur virtuell

Die Art Basel kann im Juni stattfinden. Zumindest in einer Onlineversion. Allerdings ist nach wie vor offen, ob die physische Manifestation dieser für die Kunstwelt und die MCH Group so wichtigen Messe im September durchgeführt werden kann.

Christian Mensch
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Eva & Adele, Künstlerduo aus Berlin. «Pink ist für uns ein Statement», sagen die Performancekünstler.
15 Bilder
Pipilotti Rist in einem dreiteigligen indischen Kleid vor Coco Fuscos «Tin Man of the 21th Century».
Wie gepixelt. Pipilotti Rists bunte Schuhe.
Jian Xu, die Mitarbeiterin eines Auktionshauses in Hongkong ist nach Basel gekommen, um ihre Privatsammlung zu erweitern. Sie trägt ein schwarzes Kleid der Designerin Ann Demeulemeester.
Jian Xus Schuhe von Miu Miu: die Schnallen sind mit Strass verziert.
Norah und Norman Stone, Sammlerpaar aus San Francisco. Sie trägt eine orange Stola der Designerin und Fotografin Elke Walter. Er ein kariertes Sakko von Comme des Garçons. Seinen violetten Pullover ziert ein Motiv des Künstlers Jean-Michel Basquiat.
Norah Stones knallrote Tasche von Issey Miyake.
Siska Dezutter, Kunstsammlerin aus Brüssel, posiert im orangefarbenen Hemdkleid vor einer Wandinstallation von Donald Judd.
Kathleen Bühler (in Viento und Marccain), Leiterin der Abteilung Gegenwartskunst, Kunstmuseum Bern, vor einer Fotografie Julian Charrières.
«Angezogen wie immer», sagt Basim Magdy, Künstler aus Basel.
Xu Wang, Journalistin aus Shanghai.
Raul Porillo Sama, Sammler aus Havanna.
Domenico Positano, Kunstfreund aus Mailand.
High Heels von Yves Saint-Laurent.
Taschenskultpuren von Erich Wurm.

Eva & Adele, Künstlerduo aus Berlin. «Pink ist für uns ein Statement», sagen die Performancekünstler.

CH Media

Ob die Art Basel im September stattfindet, steht weiter in den Corona-Sternen. Im Frühjahr hat die MCH Group die Kunstmesse vom gewohnten Juni-Termin in den Herbst verschoben. Noch bis 1. Juni haben die Galerien nun Zeit zu vermelden, ob sie daran teilnehmen wollen. Doch auch über diesen Zeitpunkt hinaus dürfte die Unsicherheit andauern, wie aus einem Brief an die Aussteller hervorgeht.

Sehr viele Fragen seien noch offen. Angefangen von der Zulässigkeit von internationalen Grossveranstaltungen über die Öffnung der Grenzen und der Wiederaufnahme des Flugverkehrs bis zur Frage, ob Galeristen, Sammler und andere Mitglieder der Kunstwelt überhaupt wieder das Vertrauen hätten, an eine Messe zu reisen.

Premiere für die digitale Version in dieser Form

Die Art Basel versucht, die unklare Zeit mit einer zweiten virtuellen Veranstaltung zu überbrücken. Zwischen dem 19. und 26. Juni können sich deshalb Galerien mit jeweils 15 Werken in den «Online Viewing Rooms» präsentieren. Wie üblich sind die Werke für geladene Gäste bereits zwei Tage früher zu betrachten und zu kaufen.

Mit dem Online-Angebot öffnet die Art Basel ein Fenster in ihre Kunstwelt, was sie ein erstes Mal schon während der abgesagten Schwestermesse in Hongkong im März getan hat. Die Galerien wie die Art Basel selbst sind sich allerdings einig, dass die «Viewing Rooms» die physische Messe nicht annähernd ersetzen können.

Finanziell bemüht sich die Art Basel, ihren Galerien weit entgegenzukommen. Anzahlungen für die Art in Basel oder in Miami im Dezember werden zurückerstattet, sollten die Messen nicht stattfinden. Und eine Galerie, die künftig wieder teilnimmt, kann sich auch die 25 Prozent der Gebühren anrechnen lassen, die sie für die abgesagte Art in Hongkong hat bezahlen müssen.