Ausgeläutet
Der Wintermantel blieb an dieser Herbstmesse zu Hause

Sonne und milde Temperaturen: Das schöne Wetter macht nicht nur die Schausteller zufrieden. Auch die über eine Million Besucher konnten die Basler Herbstmesse in vollen Zügen geniessen.

Silvana Schreier
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Die 544. Herbstmesse in Basel konnte vom milden Wetter profitieren.
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Die 544. Herbstmesse in Basel konnte vom milden Wetter profitieren.

Nicole Nars

Die 544. Basler Herbstmesse hatte Glück mit dem Wetter. Bereits der Auftakt vor zwei Wochen war vielversprechend. In den letzten Tagen regnete es kaum – und nachmittags konnte man oft den dicken Wintermantel zu Hause lassen und mit der Sonnenbrille auf der Nase über die Messe schlendern.

Die grösste und älteste Vergnügungsmesse der Schweiz verzeichnet auch in diesem Jahr über eine Million Besucher, darunter etliche Touristen aus dem nahen Ausland. Daniel Arni, Leiter der Fachstelle Messen und Märkte, ist zufrieden: «Die Besucherzahl ist immer eine Schätzung, aber wir hatten ein sehr gut besuchtes Jahr, vor allem an den Wochenenden.» Die insgesamt 506 Geschäfte lockten mit ihrem Angebot. Nicht nur die neuen Bahnen wurden bestaunt und getestet, auch der traditionelle Hääfelimärt wurde rege besucht.

Der Swiss Tower gefällt

Beliebt ist auch der Messeplatz. Vor allem weil er, wie der Name es schon sagt, eigentlich der Inbegriff der Messe ist. So herrscht auch am letzten Tag der Herbstmesse vor der schaurigen Geisterbahn, dem Karussell und dem Zuckerwattestand durchgehend grosses Gedränge. Gemeinsam mit der Rosentalanlage bietet der Messeplatz die meisten Bahnen und Essensstände an. Auffällig ist der neue 80 Meter hohe «Swiss Tower». Zehn Franken kostet der Spass: einmal hoch, die Aussicht geniessen, dann gehts im freien Fall runter. Der Schausteller Hanspeter Meier erzählt: «Es lief sehr gut für uns. Den Leuten gefällt unser Tower.» Meier gehört auch die nicht weniger magenumdrehende «Super Chaos», die auf der Kaserne steht. Auch mit dieser Bahn sei er vollkommen zufrieden – dieses Jahr sei noch besser als das zuvor gewesen. Die Schuld gibt Meier der Sonne, die der diesjährigen Herbstmesse nicht von der Seite weichen wollte.

80er-Halle gibt es 2015 wieder

Wer sich traut und vom freien Fall noch nicht genug hat, setzt sich danach schnurstracks auf den Sitz der «VIP» auf der Rosentalanlage. Ein wenig versteckt, hinten links in der Ecke steht sie. Trotzdem kann sich der Schausteller Ronny Büttiker nicht beklagen: «Wir waren schon mit vielen verschiedenen Bahnen hier in Basel. Mit der «VIP» sind wir nun zum ersten Mal dabei und es hätte nicht besser laufen können», sagt er und schon verkauft er das nächste Ticket an einen hungrigen Bahnengänger. Ein wenig abseits befindet sich das Sorgenkind der Basler Herbstmesse: die Messehalle 3. Mit dem Thema «Super 80s» wollte man bereits vor einem Jahr viele Besucher anlocken. Gelungen ist das aber nicht wirklich. Deshalb gab es in diesem Jahr Verbesserungen: Es wurden ein Shuttlebus und ein kleines Bähnli eingesetzt, um die Leute zur Halle zu bringen (die bz berichtete). Diese seien rege genutzt worden. «Neue Plätze brauchen immer eine Weile, bis alles funktioniert. Wir werden aber auch im nächsten Jahr an der Messehalle festhalten, mit den notwendigen Optimierungen», sagt Arni. Ob das Shuttle-Angebot bleibe, sei noch nicht entschieden. Man warte eine umfassende Analyse aller Plätze ab.

Lieber essen als Ware kaufen

Befragt man auf einem Rundgang über den Petersplatz die Standbetreiber, sind sie sich alle in einem Punkt einig: Das Herbstwetter war grandios. Allerdings werden sie von einem neuen Trend geplagt: Viele Leute kommen mittags auf den Platz, essen etwas, spazieren durch die Stände, kaufen nichts und dann gehen sie wieder. So hat es zwar, wenn man sich umschaut, immer viele Besucher, doch gekauft wird nur wenig. Das macht einigen Ständen zu schaffen.

Noëlle Jonasch, von der Confiserie Jonasch, die wie jedes Jahr gleich mit mehreren Ständen in der ganzen Stadt vertreten ist, zieht eine positive Bilanz: «Wir hatten eine gute Messe, man kann sogar sagen, es war eine sehr gute.» Ihr Magenbrot und die anderen Süssigkeiten seien nicht nur bei den eingeschworenen Basler Messebesuchern, sondern auch bei französischen und deutschen Touristen sehr beliebt.

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