Es blitzt und klickt im Sekundentakt. Die Fotografen und Kameraleute knien für das beste Sujet auf dem Boden. Erst recht, als Fahrer Adrian Spahr die hinteren Flügeltüren öffnet. Ein Hauch von Hollywood weht durch das Zeughaus. Das mediale Interesse am neuen Alarmpikett-Fahrzeug der Basler Polizei war am Donnerstag immens.

Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) konnte seinen Stolz nicht verbergen, überliess die Aufmerksamkeit aber Kommandant Martin Roth und seinen Leuten an der Front, die künftig mit den neuen Elektrofahrzeugen auf Basels Strassen unterwegs sein werden: Es ist dies ein Dreiergespann mit Fahrer Adrian Spahr, das als Alarmpikett-Team bei polizeilichen Interventionen Ersteinsätze fährt. «Natürlich ist die Freude über die neuen Fahrzeuge gross», sagt Spahr. Gefahren sei er den neuen Tesla X 100D aber noch nicht. In Kürze beginnen die Fahrschulungen. Für viele Polizisten werden es die ersten Erfahrungen in einem Elektroauto sein.

Teuer, aber wirtschaftlich

Das Alarmpikett ist die Speerspitze der Patrouille der Basler Polizei. Seit 1946 ist es im Einsatz. Waren es zu Beginn vor allem amerikanische Fahrzeuge, setzte die Polizei ab den 1970erJahren auf europäische Modelle. Mit dem amerikanischen Tesla kehrt sie sozusagen zu ihren motorisierten Wurzeln zurück.

Die Beschaffung der insgesamt sieben Alarmpikett-Fahrzeuge war politisch hochumstritten, inbesondere das ganze Verfahren unter der Federführung des Justiz- und Sicherheitsdepartements. Da war vor allem der Preis von 140 000 Franken pro Fahrzeug, inklusive Umrüstung in den Niederlanden, wo die Anlage für den Funk sowie Blaulicht und Horn eingebaut werden. Zwar seien die Teslas in Anschaffung und Aufrüstung rund 50 000 Franken teurer als die herkömmlichen Diesel-Fahrzeuge, sie schneiden aber gemäss Bruno Carnot, Mitglied des Tesla-Projektteams im Departement, aufgrund der tieferen Betriebs- und Unterhaltskosten sowie einem höheren Wiederverkaufswert punkto Wirtschaftlichkeit besser ab. Auch betreffend Ladekapazität und Reichweite habe der Tesla überzeugt: Eine Stunde Aufladung entspreche rund 85 Kilometern Reichweite.

«Die Fahrzeuge sind nicht andauernd im Einsatz, wodurch es immer wieder Zeitspannen gibt, während denen sie aufgeladen werden können», sagt Polizeikommandant Martin Roth. Je zwei Ladestationen bei den Polizeiwachen Clara, Kannenfeld und beim Zeughaus wurden installiert. Angst vor leeren Batterien oder häufigen Defekten hat Roth nicht. «Wir haben in unserer gesamten Fahrzeugflotte bereits Elektrofahrzeuge mit geringerer Reichweite als die neuen Teslas. Und da hatten wir noch nie Probleme. Und sowieso, Defekt ist Defekt, ob bei einem Verbrennungsmotor oder einem Elektrofahrzeug.»

Grosser Stauraum

Eindrücklich ist der grosse Stauraum des Tesla X 100D. «Ein grosser Vorteil gegenüber den bestehenden Fahrzeugen», betont Bruno Carnot. Bis die ersten drei Teslas im Frühling zum Einsatz kommen, muss die Basler Polizei aber noch ein Problem lösen. Elektrofahrzeuge fahren bekanntlich fast geräuschlos. Das sei nicht im Sinne eines Polizeifahrzeugs, das auch ohne Martinshorn hörbar sein sollte, gibt Carnot zu. «Da sind wir daran, etwas zu entwickeln.» Die restlichen vier Teslas erwartet die Basler Polizei im kommenden Herbst.