Alterszentren
Der Bethesda–Campus wächst: Alterszentrum Gellerthof wird eingeweiht

Neue Wohnkonzepte sollen gesellschaftliche Bedürfnisse befriedigen: Im neuen Alterszentrum Gellerthof gehen Architektur und Pflegebedürfnisse Hand in Hand.

Delphine Conzelmann
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Einweihung Altersheim Gellerthof
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Einweihung Altersheim Gellerthof
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Einweihung Altersheim Gellerthof

Einweihung Altersheim Gellerthof

Nicole Nars-Zimmer

Ins Altersheim zu müssen, ist der Albtraum vieler betagter Menschen: Die eigene Freiheit aufgeben, «versorgt» werden. Mit neuen Wohnformen versucht die Bethesda-Stiftung, dem Schreckgespenst Altersheim entgegenzuwirken. An der gestrigen Einweihung des neuen Alterszentrums gaben sie bereits die Pläne für ein weiteres Projekt bekannt.

Noch stehen um das Alterszentrum Gellerthof Bagger, in der Sommerhitze wird geschuftet und das Treppenhaus braucht einen letzten Schliff. Ansonsten ist der Gellerthof bereit zum Einzug: Am nächsten Dienstag sollen die ersten Bewohner ihre Zimmer beziehen. Das Alterszentrum vereint verschiedene Wohnformen, an unterschiedliche Bedürfnisse angepasst: Kunst zum Anfassen und Kräutergärten auf Brusthöhe gibt es auf der Demenzabteilung. Die Räumlichkeiten für Menschen mit Sehbehinderung sind orange möbliert, weil es die Farbe ist, die das menschliche Auge am längsten erkennt. Architektur und Pflegebedürfnisse gingen bei der Planung offensichtlich Hand in Hand.

Erbe richtig nutzen

Dieses Konzept, davon ist die Zentrumsleiterin Heike Schulz überzeugt, ist zukunftsweisend: «Die Herausforderung ist, das Angebot gleichzeitig breit und spezifisch zu gestalten.» Deshalb setzt die Stiftung in Zukunft auf flexible Wohnkonzepte. Auf dem Areal der Stiftung laufen zurzeit sehr viele Projekte parallel – Immobiliengesellschaft Bethesda? «Dieser Vorwurf ist von aussen betrachtet nachvollziehbar, inhaltlich aber verfehlt», meint Heinz Fankhauser, Stiftungsratspräsident. Dieser Meinung ist auch Jürg Matter, Direktor der Stiftung Diakonat Bethesda: «Die Projekte spiegeln den Stiftungszweck wider und geben dadurch die innere Haltung zum Ausdruck.» Eine Haltung, die von der Geschichte der Stiftung geprägt ist.

Es waren evangelisch-methodistische Diakonissen, die das Areal im Gellert damals gekauft hatten und mit deren physischen und geistigen Erbe die Stiftung heute arbeitet. Ein Erbe verpflichtet, daran glaubt Matter fest: Die Ressourcen werden eingesetzt und das Areal im Sinne des Stiftungszweckes und ihrer Gründerinnen genutzt». Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass das nächste Projekt bereits in den Startlöchern steht. Gestern wurde bekannt, welches Architekturbüro sich dem Bau der Alters- und Generationswohnungen annehmen darf, der auf 2015 geplant ist.

Dorf-Feeling für Jung und Alt

Sieger des Architekturwettbewerbs war das Unternehmen Itten Brechbühl. An der gestrigen Medienkonferenz präsentierten sie ihren Projektvorschlag, dem offenbar ein langwieriger Prozess voranging. Direkt neben der Autobahn musste das Projekt endlose Lärmschutzauflagen erfüllen. Der bestehende Park durfte nicht verändert werden und trotzdem musste in der Architektur auf die Bedürfnisse der verschiedenen Generationen eingehen, Kinderspielplatz inklusive. Kein einfacher Auftrag für die Planer. Die Suche nach dem richtigen Projekt «führte nach einem schwierigen Start, und einer schwierigen Bearbeitung zu einem erfreulichen Resultat», freut sich Hansueli Remund, Leiter der Wettbewerbs-Jury.

Vom Generationenwohnen, übers Alterswohnen, bis zum Altersheim: Das Projekt soll einen leichten Übergang ermöglichen und Schwellenängste abbauen. Gleichzeitig sollen sich auf dem Campus Jung und Alt begegnen: Ein «Mediationsplatz» ist als zentraler Treffpunkt gedacht. Wer an einen Dorfplatz denkt, hat den Kerngedanken des Projekts verstanden, meint Remund: ein Dorf mit vielfältigen Bedürfnissen. So genannte «Clusterwohnungen» ermöglichen gemeinsame Tagesstrukturen, während Alterswohnungen bewusst betreuungsfreundlich gebaut werden. Mit solchen verschiedenen Wohnkonzepten soll Individualität in Gemeinschaft gewahrt werden: ein Gedanke, den Bethesda weiterhin verfolgen will.

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