Städtebau
Der Baloise-Platz beim Bahnhof SBB wächst langsam aus der Baugrube

Aus der Baugrube des ehemaligen Hotels Hilton am Basler Bahnhof SBB wächst als erstes der künftige öffentliche Platz empor. Im Ensemble der Baloise-Versicherung samt deren neuem Hauptsitz sind zwei Gastrobetriebe vorgesehen. Stehen soll alles 2020.

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Von oben erhält man einen wunderbaren Einblick in die Grossbaustelle «Baloise Park»
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Baloise-Platz beim Basler Bahnhof SBB wächst aus Baugrube
Aus der Baugrube des ehemaligen Hotels Hilton am Basler Bahnhof SBB wächst als erstes der künftige öffentliche Platz empor.
Im Ensemble der Baloise-Versicherung samt deren neuem Hauptsitz sind zwei Gastrobetriebe vorgesehen.
Stehen soll alles 2020.
«Park» ist irreführend, als dass Grün auf Baumscheiben beschränkt bleibt: Weitgehend gepflästert, handelt es sich um einen Platz Basel 3.8.2017 - Baloise-Park Baustelle. Photo by Roland Schmid
Der «Park»-Begriff im Namen des Projektes und der Quartierstrasse geht zurück auf die historische Lage vor den Stadtmauern und den ersten Botanischen Garten etwa an dieser Stelle.
Wer sich die künftige Visitenkarte Basels vor Ort schon virtuell ansehen will, kann dazu die Augmented Reality-App («Baloise Park AR» entwickelt von Takondi AG) für Smartphones und Tablets herunterladen.
Im Park erlebt das abgerissene Hilton dann quasi seine Wiederauferstehung: Dessen Beton war vor Ort geschreddert und für den Bau bereitgelegt worden.

Von oben erhält man einen wunderbaren Einblick in die Grossbaustelle «Baloise Park»

GEORGIOS KEFALAS

Details des geplanten Platzes auf dem Privatgrund des Konzerns hatte die baselstädtische Regierung im März publiziert. Ihr Ratschlag für die Platzgestaltungskosten soll im September vom Parlament beraten werden. Nun, da die Unterkonstruktion des Platzes im Rohbau steht, wurden die Pläne am Donnerstag werbewirksam den Medien vorgestellt.

Passanten sollten dereinst nicht merken, dass sie von Allmend auf Privatboden treten, sagte Baloise-Gesamtprojektleiter Philippe Fürstenberger. Darum nenne sein Unternehmen das Grossprojekt an prominenter Lage "Park", nicht "Campus", wie er mit Verweis auf für die Öffentlichkeit geschlossene Pharma-Werkareale sagte.

Pflasterstein-Park

"Park" ist insofern irreführend, als dass Grün auf Baumscheiben beschränkt bleibt: Weitgehend gepflästert, handelt es sich um einen Platz. Umrahmt von Sitzbänken soll dieser laut Fürstenberger "bespielbar" sein. Gemäss Gaetano Castiello vom Planungsamt soll der Platz den echten Park Elisabethenanlage nebenan nicht konkurrenzieren.

Castiello betonte den Zusammenhang mit der laufenden Umgestaltung samt Leitungssanierung des Aeschengrabens; diese Fussgängerachse zur Innenstadt soll aufgewertet werden. Die Grenzen zwischen Allmend und Privatgrund verwischt auch das Pflaster, das über die Parzellengrenze bis ans Trottoir reichen wird, das wiederum das künftige Hotel überragt.

Der Beton des abgerissenen Hotels Hilton wird im «Park» wiederverwendet.

Der Beton des abgerissenen Hotels Hilton wird im «Park» wiederverwendet.

Juri Junkov

Unter dem Strich sind für die Umgestaltung beim Baloise-Park 1,9 Millionen Franken beim Grossen Rat beantragt, woran sich der Konzern mit 539'000 Franken beteiligt. Unter anderem wird das so erklärt, dass die kleine Strasse Parkweg, wo kein Sanierungsbedarf bestünde, teils so aufgeschüttet wird, dass Baloise-Leute sie eben queren können.

Diesen Summen stellte Fürstenberger 12 Millionen gegenüber, die sein Konzern selber für Umgebungsgestaltungen investiere. Zudem bezahle Baloise für die mit dem Bebauungsplan verdoppelte Nutzfläche eine Mehrwertabgabe von 6 Millionen. Aus dem kantonalen Fonds von letzteren finanziert der Kanton hier Bestuhlung und Begrünung für 185'000 Franken.

Blick in die Zukunft

Mit der App «Baloise Park AR» können auch Sie die Baustelle besichtigen. Entweder vor Ort oder auf dem Situationsplan, den sie hier downloaden können. Die App ist im Google Playstore und im App-Store von Apple erhältlich. Wir haben sie bereits getestet.

Kanton Platzabwart

Der "Park"-Begriff im Namen des Projektes und der Quartierstrasse geht übrigens zurück auf die historische Lage vor den Stadtmauern und den ersten Botanischen Garten etwa an dieser Stelle. Für Ruhe und Ordnung sowie Sauberkeit auf dem neuen öffentlichen Firmenplatz sorgen die Stadtbehörden mittels eines Dienstbarkeitsvertrages.

Unter dem Platz - alias "Baufeld F" des Baloise-Projektes - liegt ein Hotel-Ballsaal für 650 Personen sowie eine Autoeinstellhalle. Auf der Betonstruktur dazu ist am Donnerstag einer der Kräne für die drei Neubauten aufgestellt worden. Mit 90 Metern wird der Hotelturm mit 264 Fünfstern-Zimmern sowie Büroflächen der höchste Bau.

Wer sich die künftige Visitenkarte Basels vor Ort schon virtuell ansehen will, kann dazu die Augmented Reality-App «Baloise Park AR», entwickelt von der Zürcher Firma Takondi AG, für Smartphones und Tablets herunterladen. Im Park erlebt das abgerissene Hilton dann quasi seine Wiederauferstehung: Dessen Beton war vor Ort geschreddert und für den Bau bereitgelegt worden.

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