Basel
Dem Himmel ein bisschen näher am Open Air Basel

Die Ansprüche des jungen Festivals sind gestiegen – aber ist man ihnen auch gerecht geworden? 10'000 Tickets wurden verkauft, das sind mehr als im letzten Jahr. Das Open Air Basel konzentriert sich voll und ganz auf die Musik.

Moritz Kaufmann
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Der Eingang zum Open Air Basel.
18 Bilder
Ein Heimspiel für die Basler Sängerin Anna Aaron.
Anna Aaron singt vor heimischem Publikum.
Ein schöner Regenbogen, passend zur Musik von Anna Aaron.
Das Wetter meinte es nicht so gut mit dem Open Air. Trotzdem kamen viele Besucher.
Das Open-Air-Gelände auf der Kaserne.
Auch für die Kleinen gab es etwas zu tun.
Das Publikum wurde gut und vielfältig unterhalten.
Das Open Air Basel auf der Kaserne.
Der Brite Nick Waterhouse mit seiner Band.
Bandmitglied von Nick Waterhouse.
Das Open Air Basel auf der Kaserne.
10'000 Besucher konnte das Festival verzeichnen.
Die Lichtshow auf der Open Air Bühne.
Die britische Band Mount Kimbie.
Open Air Basel
Die Band Fink aus Grossbritannien.
Der Brite Fink.

Der Eingang zum Open Air Basel.

Zur Verfügung gestellt

Alles begann mit einem Regenbogen: Als Lokalmatadorin Anna Aaron am Freitag am frühen Abend das Basel Open Air eröffnete, kreuzten sich schwerer Regen und sommerliche Sonnenstrahlen. Sofort hing das Naturphänomen in prächtigen Farben über dem Kasernenareal. Wie sollte man das nun deuten? Würde sich über dem Festivalgelände die kommenden zwei Tage der klare Himmel oder die Regenwolken durchsetzen?

Letztes Jahr taufte sich das Festival in Open Air Basel um, nachdem es sich vorher drei Jahre lang unter dem Namen «Viva con agua & Kaserne Basel Festival» in erster Linie als Wohltätigkeitsveranstaltung vermarktet hatte.

Seither sind die Ansprüche gestiegen. Diejenigen des Publikums, aber auch diejenigen der Veranstalter. Nach der gelungenen Premiere im letzten Jahr wurden 2014 in eine grössere Bühne, effektvolleres Licht und auch in eine schönere Arealgestaltung investiert. Man wollte einen Schritt vorwärtskommen. Tat das Publikum diesen Schritt mit?

80 Minuten Festivalmagie

Auf die Musiker jedenfalls war Verlass. Nach dem beherzten Auftritt der ganz in schwarz gekleideten Anna Aaron – sie bezeichnete ihren Musikstil auch schon als Folk Noir – folgte sogleich der erste Festival-Höhepunkt. Der 42-jährige Engländer Fink hielt mit seiner ganzen Virtuosität für rund 80 Minuten die Zeit an. Im Laufe seiner langen Musikkarriere hat er sich unter anderem als DJ, Produzent und Songschreiber der verstorbenen Amy Winehouse betätigt. Doch am besten ist er, wenn er seine eigenen Songs zwischen stillen Singer-Songwriter-Nummern und handfestem Rock zum Besten gibt.

Finks Band ist gespickt mit hervorragenden Musikern, er selbst bleibt nahbar und ohne jegliche Allüren. Kombiniert mit dem eindunkelnden, wolkenverhangenen Himmel (es blieb während des ganzen Sets trocken) bescherte Fink dem Basler Publikum eine eindrückliche Portion Festivalmagie. Da wirkten die zackigen, von eingängigen Synthie-Klängen durchtränkten Gassenhauer der nordenglischen Band Maximo Park im Anschluss fast ein wenig deplatziert. Als dann der Regen wieder einsetzte, verabschiedete sich ein Grossteil des Publikums.

Der Samstag gestaltete sich dann deutlich elektronischer und auch avantgardistischer. Nach dem amüsanten Set des durch und durch retrospektiven Kaliforniers Nick Waterhouse – er hat sich mit Haut und Haaren dem Soul und R’n’B der 50er und 60er verschrieben – folgte mit Bonobo der Publikumsmagnet des Open Air Basels. Seit 2001 bringt der DJ und Produzent die elektronische Musik voran. Begleitet wurde er am Samstag von einem Drummer, einem Keyboarder, einem Klarinettisten und Gitarristen sowie einer Sängerin.

Besser als das Zürich Open Air

Die Zuschauer, die zahlreicher erschienen als am Freitag, schienen begeistert. Die darauffolgenden Kritikerlieblinge Mount Kimbie aus London rundeten Festival mit einem dichten Set ab. Es war denn auch die hohe Qualität der Bands, die das diesjährige Festival ausmachte. «Das Open Air Basel hat das bessere Line-up als das Zürich Open Air», meinte ein Zürcher Besucher anerkennend. Dabei muss erwähnt sein, dass das Zürich Open Air mit drei Bühnen und einem weit höheren Budget operiert.

Es ist die Reduktion auf das Wesentliche, mit dem sich das junge Open Air Basel von der grossen Masse an Festivals abgrenzt. Hier steht die Musik im Zentrum. Das wird vom Publikum honoriert: Es wurden 10'000 Tickets verkauft, letztes Jahr waren es noch 7000.

Mit all seinen Wetterkapriolen war der Himmel dem Open Air Basel dieses Jahr besonders nah. Doch auch Festival hat einen Schritt auf ihn zu gemacht.

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