Die Bedingungen waren alles andere als ideal. Doch den Männern der verantwortlichen Wasserbaufirma ist es trotz strömendem Regen und Wind gelungen, das Basler Kulturfloss sicher an seinen Standort zu fahren. Seit heute Morgen steht es am Konzertort oberhalb der Mittleren Brücke – allerdings zwei Wochen zu spät.

Der hohe Rheinpegel und die starke Strömung hatten es vor Beginn des Festivals «Im Fluss» nicht zugelassen, das Floss pünktlich von seinem «Winterquartier» unter der Schwarzwaldbrücke rheinabwärts zu fahren. Solange der Wasserstand höher als 650 Zentimeter sei, wäre es zu gefährlich, die Plattform zu transportieren, hiess es.

Gestern Sonntag war es dann endlich so weit: Der Pegel war erstmals seit Wochen tiefer als 650 Zentimeter. Aus organisatorischen Gründen beschlossen die Verantwortlichen aber, das Manöver erst am Montagmorgen durchzuführen.

Um 7 Uhr traf man sich bei der Schwarzwaldbrücke, von wo aus man förmlich zusehen konnte, wie der Pegel ansteigt – und mehr als 650 Zentimeter erreichte. Doch die Mannschaft war bereit, die schwimmende Bühne dennoch zu transportieren – was ohne Komplikationen gelang.

Bei der Mittleren Brücke angekommen, galt es, die Plattform am richtigen Ort zu befestigen. Rolli Schaad sah auf seinem Lasermessgerät zwar, wo das Floss stehen sollte, die erschwerten Umstände führten aber dazu, dass es einen Meter näher am Ufer befestigt wurde als sonst.

Kein Problem, gar nicht, im Gegenteil: Gross war die Erleichterung, es geschafft zu haben. Doch dann stieg er weiter, der Pegel. Kurzzeitig sah es danach aus, als würde er die Marke von 790 Zentimetern erreichen. Für die Floss-Kapitäne wäre das ein Albtraum gewesen. Diese Marke heisst: Die Schifffahrt wird gesperrt. Das gilt auch für den «Im Fluss»-Weidling, indem die Bands aufs Wasser gebracht werden. Eine Sperrung der Schifffahrt hätte bedeutet: Zwei Bühnen, kein Konzert.

Nach Ankunft des Flosses fingen die Techniker an, die Sound- und Lichtanlagen von der Landbühne auf das Floss zu hieven und zu installieren. Die Angst, diese Hauruck-Übung umsonst zu machen, war gross: Ein Konzert an Land ohne Technik – unmöglich. Eines auf dem ausgerüsteten Floss bei zu hohem Pegel – unmöglich. Doch der Albtraum traf nicht ein.

Im Gegenteil: Für das Floss-Team ging ein Traum in Erfüllung: Das zwölfte von insgesamt 17 Konzerten fand auf dem Wasser statt. Und wenn die Prognosen stimmen, werden das auch die verbleibenden fünf tun.

«Im Fluss» dauert bis Samstag. Das Festival wird mit dem Auftritt des Baselbieter Sängers Baschi beendet.