Die drey scheenschte Dääg
Das Fasnachts-ABC von Heinz Margot

Allgemeingültiges und Geheimtipps zur Basler Fasnacht in alphabetischer Reihenfolge – erstellt von Heinz Margot, begeisterter Aktivfasnächtler und Moderator.

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Heinz Margot ist ein Aktivfasnächtler. Als Junger wirbelte er auf der Trommel, nun hinter der Kamera.

Heinz Margot ist ein Aktivfasnächtler. Als Junger wirbelte er auf der Trommel, nun hinter der Kamera.

SF/Julian Salinas

A wie Aagfrässe. – Sind sie alle, sie die pfeifen und trommeln, im Vortrab laufen, in der Guggenmusik schränzen, auf dem Wagen sind, Schnitzelbänke singen, Laternen malen, Zeedel schreiben oder sonst etwas machen. Nicht nur für sie, sondern auch dank ihnen werden es auch dieses Jahr wieder «die drei schöönschte Dääg» sein. Merci!

B wie Blaggedde. – Eigentlich müssig zu erwähnen, dass, wer an die Fasnacht geht, selbstverständlich auch eine Plakette trägt. Trotzdem staune ich immer wieder ob den vielen nicht plakettierten Jacken und Mänteln am Strassenrand – also: Gelegenheiten zum Kauf gibt es noch genügend!

(PS: Einen wunderbaren Überblick über 100 Jahre Basler Fasnachtsplaketten findet man auf der Website www.fasnachts-comite.ch in der Plakettengalerie.)

C wie Cortège. – Und die ewig gleiche Frage: «Läuft er oder läuft er nicht?» Um einen flüssigeren Ablauf des Cortège zu bewirken, hat das Fasnachts-Comité zusammen mit einer so genannten Verkehrskommission zwei Neuerungen eingeführt. Da deren exakter Wortlaut den Rahmen dieses Fasnachts-Abc’s locker sprengen würde, verzichten wir auf einen Abdruck und warten gespannt auf den Eindruck, den wir am Montag- und Mittwochnachmittag bekommen.

D wie Drummelhund. – Diese besondere Spezies neigt meist zur Hordenbildung und versucht in freier Fasnachts-Wildbahn mit ihren Schlägen zu beeindrucken – was ihr auch häufig gelingt. Ist sie im Element, so sollte man sich ihr nur sehr vorsichtig versuchen zu nähern. Spielt man selber Piccolo, ist jeder Kontakt tunlichst zu vermeiden.

E wie Eff Cee Bee. – Natürlich bringt man den FC Basel nicht sofort mit der Fasnacht in Verbindung, obwohl er immer wieder dankbarer Sujetlieferant für Junge Garden und Schnitzelbänkler war. Nur zurzeit ist es halt anders: Rot-blau dominiert alles und jeden – nichts kommt um den FCB rum! (Geht übrigens auch den Münchnern so...)

F wie Faasnachtszeedel. – Seit Jahren lese ich berufsbedingt alle Zeedel vor der Fasnacht. Dabei habe ich mich natürlich schon gefragt, ob ich dies auch täte, wenn es nicht zu meiner Arbeit gehören würde. Die Antwort lautet ehrlich gesagt: Jein – nicht ganz alle, denn es sind enorm viele. Aber die meisten. Und ich empfehle Ihnen, es auch zu tun. Sei es als Bettmümpfeli vor dem Einschlafen oder als ideale Lektüre auf dem stillen Örtchen. Also: Fleissig Zeedel sammeln oder gar als ganze Bündel beim Schiesser, beim Papyrus oder direkt beim Comité kaufen.

G wie Gugge. – Als Spross einer Trommler-Familie schickte es sich in meiner Kindheit und Jugend nicht, auch nur im Entferntesten mit diesen lärmenden Formationen zu sympathisieren. Seit ein paar Jahren ertappe ich mich jedoch immer öfters dabei, mit meinem Fuss den Takt einer Guggenmusik mitzuklopfen oder mich gar ganzkörperhaft dazu zu bewegen. Für dieses Verhalten kommt mir eigentlich nur eine mögliche Erklärung in den Sinn: schleichende Altersmilde!

H wie Helge. – Nennt man bekanntlich auch die gemalten Bilder, welche einen Schnitzelbank-Vortrag untermalen. Ich meine, dass sie nicht die ihnen gebührende Beachtung finden und rege an, dass es in Zukunft vielleicht auch mal ein «Helgeli» gibt oder auf den Zeedeln geschrieben steht: «D’Ladäärne-Uusstellig, d’Waage- und Reggwisyte-Uusstellig und d’Helge-Uusstellig sin vom Määntig znacht bis am Mittwuch demoorge!»

I wie Intrigiere. – Begriff aus vergangenen Zeiten, der wohl leider irgendwann ganz aus dem Fasnachts-Vokabular verschwinden wird. Schade!

J wie Junterössli. – Ich liebe Junterössli! Leider gibt es auch von ihnen nicht mehr so viele zu sehen. Umso schöner, dass es auch dieses Jahr zu einem Juntentier-Treffen kommt. Und zwar am Fasnachtsdienstag um 23.30 Uhr auf dem Andreasplatz.

K wie Kineese. – Schweiz Tourismus rechnet im laufenden Jahr mit zwanzig Prozent mehr Gästen aus China. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie bereits am Fasnachts-Dienstag Heerscharen von Chinesen begegnen. In Bewegung setzt sich dieser «Train Chinois» so gegen 14.00 Uhr vor der Uni am Petersgraben.

L wie Laarve. – Bedeckt und verdeckt die Köpfe der Fasnächtlerinnen und Fasnächtler. Ausser denjenigen von den meisten platzkonzertgebenden Guggen. Warum eigentlich und wie lange noch?

M wie Münschterplatz. – Multifunktionaler Ort beim Münster. Dient u.a. als Open-air-Kino-, Herbstmesse- und Weihnachtsmarkt-Platz. Ist jedoch nie nur annähernd so schön, wie während der Laternen-Ausstellung. Jahr für Jahr das schönste Freilichtmuseum der Welt!

N wie Naatel. – Ist ein Leben ohne Mobiltelefon noch denkbar? An der Fasnacht schon! Immer mehr lassen ihr Handy zu Hause, um die drei schönsten Tage ungestört geniessen zu können. Probieren Sie’s doch auch einmal.

O wie Oobere Riiwääg. – Wenn immer möglich mache ich am Oberen Rheinweg eine kurze Fasnachtspause. Für ein paar Minuten auf einer Bank sitzen, das fasnächtliche Treiben nur von weitem und gedämpft in den Ohren und
aufs gegenüberliegende Münster schauen. – «Duureschnuufe – und denn wider ab uff d Gass...»

P wie Pfyffe. – Oft werde ich von Nichtbaslern auf die Fasnacht angesprochen. Viele von ihnen zeigen sich generell zwar begeistert, fragen dann aber doch meistens, wie wir das grelle Pfeifen der Piccolos ertragen könnten. Nun – wie, weiss ich auch nicht – aber wir können es.

Q wie Querschnitt. «Das Zürcher Fernsehen hat ja keine Ahnung von Fasnacht», «Ihr müsstet halt mal...», «Weshalb tut ihr eigentlich nie...», «...und überhaupt!» Nun ja, wir wagen den Spagat auch dieses Jahr wieder. Zu sehen: am Samstag, den 3. März um 18.15 Uhr auf SF1.

R wie Rädäbäng. – Sie haben den offiziellen Fasnachtsführer des Comité’s noch nicht oder noch nie gekauft? Machen Sie es! Im Rädäbäng steht enorm viel Informatives und Wissenswertes zur Basler Fasnacht. Und dieses Jahr erscheint er erst noch in einem neuen und gelungenen Gewand.

S wie Schääsede. – Am Mittwochnachmittag ab 17.00 Uhr findet am Blumenrain zum ersten Mal ein Chaisen-Treffen statt. Wir freuen uns und sind gespannt.

T wie Theater. – Theater gibt es in Cliquen immer mal wieder nach der Fasnacht, woraus dann meist neue Gruppierungen entstehen. Während der Fasnacht sind Theater gute Orte um Schnitzelbänke zu geniessen. Sei es im Theater Basel, Häbse-Theater, Fauteuil, Tabourettli oder Teufelhof.

U wie Ufflääse. – Kann man vieles an der Fasnacht. Beispielsweise einen Schnupfen – ich vor Jahren gar Salmonellen (klingt nach einem Fasnachtsmarsch, ist aber ganz etwas anderes). Nur, liebe Kinder, Räppli darf man nie, aber auch wirklich gar gar nie vom Boden auflesen!

V wie Vierischlag. – Trotz namhafter Konkurrenz wie Ritterschlag, Schlagerparade und Schlag den Raab, der Schlag der Schläge schlechthin!

W wie Wegger. – Nie so wichtig wie in der Nacht vom Sonntag auf den Montag! Seine Erfindung wird übrigens teilweise Levi Hutchins aus New Hampshire (USA) zugeschrieben. Sein erster Wecker aus dem Jahr 1787 konnte allerdings nur um 4 Uhr morgens läuten. Wenn das kein Zeichen ist!

X wie X-mool. – Wahrscheinlich wird auch in diesem Jahr wieder x-mal ein emsig umstrittener Politiker mit breitem Grinsen auf die Schippe genommen. Irgendwie war die Auswahl früher grösser, spannender und witziger.

Y wie Yypfyffe. – Die Stimmung, die am Sonntagabend beim Abholen der Laternen herrscht, lässt sich kaum in Worte fassen. Darum: Ganz einfach geniessen und dann für ein paar Stunden ab ins Bett! Wer durchmacht, bringt sich um den besonderen Zauber dieser einzigartigen Nacht.

Z wie Zletscht. – E schööni Fasnacht zämme!

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