Streichelzoo
Das Ende einer Tradition: Warum es an der Muba keine Tiere mehr hat

Viele Kinderaugen suchten bei der Eröffnung der diesjährigen Muba vergebens nach den süssen Tierlein. Für Muba-Chef Daniel Nussbaumer passen die Tiere nicht mehr ins Konzept einer urbanen Messe.

David Sieber
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Das waren noch Zeiten: Säuli an der Muba 2014. Archiv
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Bundesrat Johann Schneider-Ammann beim Bauernverband beider Basel streichelte der Bundesrat zusammen mit Guy Morin ein Lamm Archiv
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Streicheln: Die Kinder lieben es. Archiv
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Tiere an der Muba

Das waren noch Zeiten: Säuli an der Muba 2014. Archiv

Kenneth Nars

Sie gehörten zur festen Tradition der Muba: die Kälber, Ziegen und Schweine auf dem Messeplatz. Sie waren die Lieblinge der Kinder, die sie ausgiebig streichelten, ob die Tiere wollten oder nicht. Diesen Hauch Landwirtschaft hat die Muba-Leitung nun gestrichen. Für Daniel Nussbaumer passt das Angebot nicht in sein Konzept einer urbanen Messe. «Was nicht heisst, dass die Landwirtschaft als Thema verschwunden ist», so der Muba-Chef. Sie findet sich im Genussbereich, in dem stark auf regionale Produkte gesetzt wird. Man kann die Tiere zwar nicht mehr streicheln, aber immerhin noch essen.

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Das war die Eröffnung der Muba 2018

Muba-Eröffnung
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Muba-Eröffnung 2018
Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann nimmt einen ersten Eindruck der Muba.
Eventessen mit fliegenden Würsten vor der Nase.
Muba-Eröffnung
Eventessen mit fliegenden Würsten vor der Nase.
Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann nimmt einen ersten Eindruck der Muba.
Muba-Eröffnung
Die 102. Muba wurde heute eröffnet.
Blick in die Halle «Original Regional»
Besucher strömen in die eröffnete Muba-Halle.
Besucher am informieren sich an einem Stand der Ausstellung «Original Regional»
Daniel Nussbaumer, Messeleiter Muba, spricht anlässlich der Eröffnung.
Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (r.) und Isaac Reber, Regierungsrat Baselland, links.
Elisabeth Ackermann (r.) und Ihre Kommunikationschefin Melanie Imhof.
Auch die bz hängt für die Besucher der Muba bereit.
Messeleiter Daniel Nussbaumer, Elisabeth Ackermann und Isaac Reber (von rechts)
Blick in die Halle «Inspiration.live»
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Mathias F. Boehm, Geschäftsführer Pro Innerstadt Basel, Messeleiter Daniel Nussbaumer, Regierungsrätin Basel-Stadt, Elisabeth Ackermann und Isaac Reber, Regierungsrat Basellandschaft (vlnr.)
Es wird gefeiert.
Hanfpflanzen an einem Stand in der Halle der Parallel Messe «Cannabis Village»
Hier kann man sich über Hanf informieren lassen.
Muba-Eröffnung Isaac Reber (links) und Elisabeth Ackermann.

Muba-Eröffnung

PATRICK STRAUB

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Viele Bewilligungen nötig

Das führt zum zweiten Grund, weshalb viele Dutzend Kinderaugen vergebens nach den herzigen Tierlein Ausschau halten werden. Zumindest in der Version Nussbaumer. Fleisch von Schweinen, die an Messen gehalten werden, würden nicht mehr für den menschlichen Verzehr freigegeben. Falsch, sagt der Basler Kantonstierarzt Michel Laszlo. Sofern die Tiere gesund sind und in eine bewilligten Schlachtanlage unter Aufsicht eines amtlichen Fleischkontrolleurs gemetzget werden, sei das kein Problem. Damit Tiere ausgestellt werden dürfen, bedürfe es zudem einer tierseuchenpolizeilichen Bewilligung. Und die Tierschutzvorgaben unter anderem bezüglich Flächenbedarf seien einzuhalten. Auch das sei bewilligungspflichtig.

Dennoch hat der Schweizer Tierschutz (STS), der 2016 die Haltung von Nutztieren an Olma und Bea untersuchte, zahlreiche Verstösse gegen die Mindestanforderungen der Tierschutzverordnung festgestellt. Bevor auch die Muba allenfalls vom STS Besuch erhält, hat die Messeleitung gehandelt. Auf dem Messeplatz werden nun Autos feilgeboten. Ein kleines Open-Air-Bistro lädt zum Verweilen. Attraktiv ist das nicht. Die Stimmung ist nüchtern. Irgendwie urban, halt.

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