FC Basel

Das Ende einer Ära steht bevor: Heusler und Heitz wollen sich zurückziehen

Bernhard Heusler und Georg Heitz. (Archiv)

Bernhard Heusler und Georg Heitz. (Archiv)

Präsident Bernhard Heusler und Sportdirektor Georg Heitz planen beim FC Basel ihren Rückzug. Die neuen starken Männer sollen Medienmanager Bernhard Burgener und Ex-FCB-Captain Marco Streller werden.

Beim FC Basel geht wohl bald eine Ära zu Ende. Seit 2012 Präsident des Serienmeisters, könnte Bernhard Heusler bereits diesen Sommer die Geschicke in andere Hände legen. Auch der Sportliche Direktor an seiner Seite, Georg Heitz, würde abgelöst.

In der Nacht auf Sonntag machten "SonntagsBlick" und "20 Minuten", die sich auf eigene Recherchen berufen, gleichzeitig publik, dass Heusler sein Amt an Bernhard Burgener übergeben solle - und somit auch die ganze Führung neu besetzt würde.

Heusler bestätigt

Eine Gruppe um den Medienunternehmer aus Allschwil habe ein Konzept für die Zukunft des FCB vorgelegt. Demnach soll in der Sportlichen Leitung des Clubs ein Altbekannter eine neue Rolle übernehmen: Ex-Stürmer Marco Streller ist als Sportdirektor vorgesehen. 

Bernhard Heusler bestätigt kurz vor Anpfiff beim Sonntagsmatch zwischen dem FC Basel und Lausanne im Interview auf der Videowand seinen Rückzug. "Wir (Heitz und Heusler) sind bereit, die Verantwortung abzugeben und das wird aller Voraussicht nach im Sommer der Fall sein. Anfang April bei der Mitgliederversammlung wird es bezüglich Zeitplan und Übergangsphase neue Informationen geben."

Lesen Sie hier, wie Bernhard Heusler am Sonntag auf die Berichte reagiert hat.

Am Sonntagmorgen meldete sich bereits der FC Basel zu Wort und bezog rund um die diversen Medienberichte Stellung und negierte die Gerüchte nicht: "Seit geraumer Zeit wird nun aber an einem konkreten Konzept von Basler Exponenten gearbeitet; dieses Projekt ist mittlerweile so weit vorangeschritten, dass es dem unabhängigen Gremium im optimalen Fall im März 2017 zur Beurteilung unterbreitet werden kann."

"Personeller Wechsel der Führerschaft vorgesehen" 

Weiter bestätigt der FC Basel, dass dieses Konzept auch "einen personellen Wechsel der Inhaberschaft und Clubleitung per Juni 2017 vorsieht." Dies müsste aber zuerst vom achtköpfigen, vom FCB unabhängigen Gremium (bestehend aus Vertretern des Vereins, der Fans, Sponsoren, Mitarbeiterschaft und der Stiftung Nachwuchs Campus Basel) geprüft werden, um zu versichern, dass es keine Interessenkonflikte rund um die aktuelle Klubführung gäbe. Diese besitzt die Aktienmehrheit. Heusler hält 44,2 Prozent und Heitz 25 Prozent der Anteile der FCB-Holding.

Würde das Gremium das Konzept akzeptieren, als "wünschenswert und machbar beurteilt werden", wie es der FCB nennt, dann würde das Konzept um Burgener und Streller an einer ausserordentlichen Versammlung den Mitgliedern des FCB präsentiert. Denn die Mitglieder haben aufgrund der an der letzten GV stattgefundenen Statutenänderung das letzte Wort, wenn es um den Führungswechsel des Vereins geht. So soll verhindert werden, dass der Verwaltungsrat alleine entscheidet. 

Der nächste Schritt wäre dann der Vollzug des Wechsel und die Übergabe der Geschäfte - sowohl juristisch als auch operativ -  an der ordentlichen Generalverammlung vom 9. Juni 2017. "Das so geplante Vorgehen soll einen reibungslosen Übergang von der alten zur neuen Führung im operativen Bereich ermöglichen, namentlich auch die wichtige Planung der neuen Saison", schreibt der FC Basel weiter in seiner Meldung. 

Aus dem Film-Geschäft

Doch wer ist der designierte Heusler-Nachfolger? Burgener ist beim FCB kein Unbekannter. In den 90er Jahren sass der Basler bereits im Vorstand des Clubs. Sein beruflicher Hintergrund ist das Film-Business. Er präsidiert den Verwaltungsrat des Medienunternehmens Highlight Communications AG mit Hauptsitz in Pratteln, das mit der Constantin Film AG eine Film-Produktionsfirma besitzt und mit der Team Holding AG eine Sport- und Event-Marketing-Agentur.

Jüngst geriet Burgener in die Schlagzeilen, weil eine von ihm kontrollierte Tochtergesellschaft Klage gegen den Generalversammlungsbeschluss der Constantin Medien AG eingelegt hatte. In der Angelegenheit geht es um die Neuausrichtung des Unternehmens, welche die Konzentration auf Sport- und Event-Marketing zu Lasten des Segments Film vorsieht.

Heusler und Heitz mit Aktienmehrheit

Mit Burgener und Streller würden das Ruder beim FCB in einheimischen Händen bleiben. Dass Heusler, der seit 2004 zuerst als Vizepräsident und später als Nachfolger von Gigi Oeri am Basler Erfolg beteiligt ist, an eine Nachfolgeregelung denkt, ist nicht neu. An der letzten Generalversammlung hatte er davon gesprochen, dass es in der Führung neue Köpfe brauche. (kad/cfe)

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