Coronavirus

Das Basler Unispital forscht jetzt mit der Nato gegen Corona – es geht um Schnelltests

Die Schnelltests sollen in grossen Mengen eingesetzt werden können und aufwändige Laboranalysen ablösen

Die Schnelltests sollen in grossen Mengen eingesetzt werden können und aufwändige Laboranalysen ablösen

Basler Wissenschaftler sollen in einem Nato-Programm Covid-19-Schnelltests entwickeln. Den Auftrag verdankt das Spital seinem guten Ruf in der Biomedizin.

Es ist eine ungewöhnliche Forschungszusammenarbeit, die das Departement für Biomedizin des Universitätsspitals Basel eingegangen ist: Im Auftrag der transatlantischen Verteidigungsallianz Nato sollen Basler Wissenschaftler neue Schnelltests für den Covid-19-Nachweis entwickeln. Partner-Institutionen sind das dem italienischen Gesundheitsdienst angegliederte «Istituto superiore di sanita» in Rom und das Universitätsspital Tor Vergata.

Das Projektvolumen beläuft sich auf 376 000 Euro, wobei sich die Beträge durch nationale Zuwendungen leicht verdoppeln könnten, wie der verantwortliche Nato-Funktionär Antonio Missiroli sagt. Eingebettet ist das Forschungsprojekt in das «Science for Peace and Security»»-Programm (SPS), zu dem die Schweiz als Nato-Partner Zugang hat. «Es ist ein rein ziviles Programm ohne militärische Komponente», betont Missiroli.

Zuschlag wegen guten Rufs in der Biomedizin erhalten

Die Nato versteht es als wissenschaftliche Ergänzung ihrer Pandemie-Bekämpfung, bei der sie ihre Mitglieder mit Transportflügen und dem Bau von Feldspitälern unterstützt. Missiroli verweist auf die lange Forschungskooperation mit befreundeten Staaten wie der Schweiz seit der Lancierung des zivilen Forschungsprogramms im Jahr 1958. Der Schweizer Nato-Botschafter Philippe Brandt lobt die produktive Zusammenarbeit ebenfalls, auch wenn die offizielle Schweiz in diesem Fall nicht involviert sei.

Das Universitätsspital Basel habe selbstständig eine Offerte eingereicht und den Zuschlag auf Grund seines guten Rufs in der Biomedizin erhalten, so Brandt. Erhofft wird, dass nach der 24-monatigen Projektdauer Covid-19-Tests vorliegen, die mit kurzer Reaktionszeit und in grossen Mengen eingesetzt werden können und aufwändige Laboranalysen ablösen. Speziell geht es darum, den Immunitätsschutz zu messen, was nicht nur nach einer bereits erfolgten Erkrankung, sondern auch nach einer möglichen Impfung besonders wichtig sein wird, wie Gennaro De Libero sagt, der das Projekt in Basel betreut.

Schweiz nimmt an etlichen Nato-Programmen teil

Im Rahmen der «Partnerschaft für den Frieden» nimmt die Schweiz an verschiedenen Nato-Aktivitäten teil. Am prominentesten ist wohl der Swisscoy-Einsatz bei der Friedensmission Kfor im Kosovo, wo die Schweizer Armee seit 1999 mit einem Kontingent von maximal 165 Soldaten präsent ist. Ein anderes Beispiel ist Beteiligung der Schweiz am von der Nato aufgebauten Cyber Defense-Kompetenzzentrum in der estnischen Hauptstadt Tallinn seit 2017. Umgekehrt finden Ausbildungskurse mit Nato-Partnern in der Schweiz statt, zum Beispiel zur Gebirgsausbildung oder im Kriegsvölkerrecht.

Autor

Remo Hess

Remo Hess

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