Ein Weisser mit Dreadlocks. Für manche ein hipper Typ, für andere eine Grenzüberschreitung kultureller Aneignung. Dieser Diskussion will das Imagine Festival 2018 eine Plattform bieten. Es findet unter dem Motto «darf man das?» statt. «Jeder eignet sich Dinge aus anderen Kulturen an», sagt Felix Bartos, Medienverantwortlicher des Festivals.

Beim Programm haben die Organisatorinnen und Organisatoren darauf geachtet, verschiedene Gruppen aus verschiedenen Kulturkreisen aufbieten zu können. So tritt am Samstagabend beispielsweise die Band 47Soul auf, das persönliche Highlight von Bartos. Die Gruppe aus dem Nahen Osten bringt einen Mix aus traditioneller palästinensischer Strassenmusik, elektronischen Beats und Elementen aus Hip-Hop und Rock auf die Bühne. Die Schweizer Band Max Apollo wird den Barfi mit psychedelischen Melodien beschallen. Auch Neuseeländer Noah Slee bringt etwas Neues mit. Soul, R’n’B, Indie-Electronica sind nur ein Teil seines Repertoires.

Yoga im Park und Buddhas

Gemeinsam mit Slees Auftritt wird am Freitagabend auch die Ausstellung «darf man das?» eröffnet. Auf dem Theaterplatz werden zwölf Quader stehen. Jeder zeigt einen anderen Bereich von kultureller Aneignung. Buddhas im Wellnessbereich, Yoga im Park, Indianer-Verkleidungen an der Fasnacht oder eben Weisse mit Dreadlocks sind nur wenige der Themen, die Raum für Diskussionen bieten. «Über die Grenzen bei kulturellen Aneignungen wurde in letzter Zeit viel diskutiert. Bisher geschah das aber vor allem auf einer intellektuellen Ebene. Deshalb lautet das diesjährige Thema «Darf man das?», so Bartos.

Zum ersten Mal findet das Imagine an drei Standorten in der Innenstadt statt. Am Barfi, auf dem Klosterhof und auf dem Theaterplatz. Der Klosterhof soll Platz für Begegnungen und eine Rückzugsmöglichkeit bieten. Es wird Sitzmöglichkeiten geben, dazu Jazz oder DJ’s.
Auch auf dem Theaterplatz, der zum ersten Mal bespielt wird, sollen sich Leute treffen können. Neben der Ausstellung, die am Freitag und Samstag geöffnet sein wird, gibt es eine Kleidertauschbörse. Sie startet am Samstag um 14 Uhr. Das Modell ist einfach: Bring deine Kleider mit, verschenke sie oder tausche sie mit anderen.

Poetry-Slam am Imagine

Zudem ist auf dem Theaterplatz eine Kleinkunstbühne zu finden. Am Freitag- und Samstagabend treten da unter anderem die beiden Slam-Poeten Anna Holm und Maurice Koller auf: «Wir haben den Slam Poeten unseren Input gegeben und hoffen, dass sie unser Thema berücksichtigen werden», sagt Bartos darüber. Holm freut sich bereits auf den Auftritt.

Die 19-jährige Basler Slam Poetin wurde über Facebook angefragt, ob sie nicht am diesjährigen Imagine mitmachen wolle. «Meine Texte drehen sich immer um gesellschaftliche und politische Themen. Zum Beispiel, dass unsere Generation für ihre Zukunft einstehen sollte.» Es wird auch Lesungen und Tanzaufführungen geben.

Im letzten Jahr wurde das Festival wegen Bauarbeiten beim Casino am Hafen durchgeführt. Aus dieser Zeit habe man laut Bartos einige gelernt: «Dort hatten wir ein richtiges Festivalgelände und versuchen jetzt, dieses Festivalfeeling wieder mehr in die Innenstadt zu bringen.» Am Hafen finde in Sachen Jugendkultur jedoch schon viel statt. Ausserdem könne man in der Innenstadt ein grösseres Publikum erreichen und «ein Statement setzen.»