Pünktlichkeit

Basler öV schneidet schlecht ab: BVB liegt schweizweit auf zweitletztem Platz

Besonders häufig verspätet ist die Tramlinie 14.

Besonders häufig verspätet ist die Tramlinie 14.

Lauter Verspätungen: Baustellen und Tramdefekte, aber auch Blockierungen in der Innenstadt durch Demonstrationen, einem hohen Verkehrsaufkommen oder Falschparkierern. Nur ein städtisches Transportunternehmen war in der Schweiz im vergangenen Jahr unpünktlicher als die BVB.

Für die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) war 2019 ein harziges Jahr. Dem Unternehmen wurde von der grossrätlichen Geschäftsprüfungskommission ein schlechtes Zeugnis ausgestellt, die Mitarbeiterzufriedenheit war auf dem Tiefpunkt angelangt, es fehlte das Personal, zahlreiche Baustellen und Demonstrationen sorgten für mühsame Umleitungen.

Nun liegt dank eines Onlineportals ein erstes Fazit zur ÖV-Qualität im vergangenen Jahr vor. Und dieses zeigt klar: Auch punkto Pünktlichkeit schnitten die BVB vergangenes Jahr schlecht ab. Insgesamt waren 12,2 Prozent der BVB-Trams und -Busse mindestens drei Minuten verspätet. Das belegen die Daten, die auf der Website Pünktlichkeit.ch aufbereitet sind. Damit landet das Basler Unternehmen im schweizweiten Vergleich auf dem zweitletzten Rang, noch hinter den Verkehrsbetrieben in anderen Grossstädten wie Zürich (10,1 Prozent der Ankünfte verspätet) und Bern (7,3 Prozent). Nur die Luzerner Verkehrsbetriebe schnitten noch schlechter ab als die Basler (15,6 Prozent).

Besonders betroffen sind die Fahrten aus der Stadt

Tatsächlich sagt auch BVB-Sprecherin Sonja Körkel, das Jahr 2019 sei bezüglich der Pünktlichkeit «geringfügig schlechter» ausgefallen als die Jahre zuvor. Sie betont aber auch, die Ergebnisse von pünktlichkeit.ch seien mit den Auswertungen der BVB nicht deckungsgleich. "Unsere Daten basieren auf dem vollen Zugriff unserer Leitstellendatenbank, in der alle Ankünfte detailliert aufgezeichnet werden“, so Körkel. Wie viele Verspätungen es laut den Daten der BVB gibt, lässt die Sprecherin indes offen. Die Gründe für Verspätungen seien generell sowohl selbstverschuldet als auch extern zu verorten. So liegen die Ursachen generell bei Baustellen und Tramdefekten, aber auch bei «zahlreichen Blockierungen in der Innenstadt», wie sie bei Demonstrationen erfolgen, einem hohen Verkehrsaufkommen oder Falschparkierern, welche die Strecke blockieren.

Sowohl die Aussagen der BVB selbst als auch die Daten des Onlineportals zeigen, dass die Verspätungen grösstenteils bei Fahrten aus der Stadt in die Agglomeration auftreten. «Verspätungen bauen sich in der Regel in der Innenstadt auf», sagt Körkel. «Generell kann gesagt werden, dass das Netz der BVB und der BLT vor allem im Innenstadtbereich sehr dicht und damit für Verspätungen eher anfällig ist.»

In Riehen und Pratteln ist jedes dritte Tram zu spät

Die Verspätungen können die einzelnen Kurse meist dank kürzerer Aufenthalte an der Endstation wettmachen, weshalb es auf den Fahrten zurück ins Stadtzentrum seltener zu Verspätungen kommt als auf jenen in die Agglomeration.

Besonders oft verspätet sind laut Körkel die «stark frequentierten und gut ausgelasteten Innenstadtlinien», also die Trams 6, 8 und 14 sowie die Buslinien 38 und 48. Das bestätigt ein Blick auf die Karte. Als Problemhaltestelle erweist sich beispielsweise die Haltestelle Weilstrasse in Riehen, wo jedes dritte Tram verspätet ist. Ebenfalls stark betroffen: Die Schlossstrasse in Pratteln, bei der ebenfalls nur zwei von drei Trams pünktlich eintreffen.

Andere Verbindungen wiederum sind auffällig pünktlich. Als verlässlich erweist sich der Flughafenbus 50, der von und zum Bahnhof SBB verkehrt. Auch die Buslinie 36 und die Tramlinie 3 schneiden in einigen Bereichen sehr gut ab. Am problemlosesten scheint der Verkehr auf dem Bruderholz zu laufen. Die dortige Tramlinie 15 ist kaum verspätet unterwegs.

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