Leihgabe zurückgezogen
Basel verliert Meisterwerk - berühmter Gauguin für 300 Millionen Dollar verkauft

Der Staechelin Family Trust hat das berühmte Gemälde «Nafea» des Künstlers Paul Gauguin für 300 Millionen Dollar nach Katar verkauft. Ab Freitag ist es jedoch in der Fondation Beyeler zu sehen.

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Nafea faa ipoipo - Paul Gauguin

Nafea faa ipoipo - Paul Gauguin

fondationbeyeler.ch

Ruedi Staechelin vom Rudolf Staechelin Familiy Trust bestätigte am Donnerstag den von der Basler Zeitung publik gemachten Verkauf des 1892 auf Tahiti entstanden Bildes «Nafea faa ipoipo?» («Wann heiratest du?»). Das Gemälde soll für 300 Millionen Dollar nach Katar verkauft worden sein.

«Nafea» gehörte zu den 18 hochkarätigen Werken der Sammlung Staechelin, die nach einem mehrjährigen Unterbruch seit 2002 als Leihgaben im Kunstmuseum Basel gezeigt wurden. Ob sie je wieder in dieses zurückkehren, ist offen, denn der Trust hat den Leihvertrag mit dem Museum gekündigt, wie Staechelin bestätigte.

Ungehalten über Präsidialdepartement

Die Vertragskündigung ist nach seinen Angaben eine Folge der Sanierung des Kunstmuseums, wegen der dieses seit vergangenen Wochenende geschlossen ist. Im April 2016 soll das Museum mitsamt dem neuen Erweiterungsbau für das Publikum wieder geöffnet werden.

Staechelin kritisiert in Zusammenhang mit der Ankündigung der Museumsschliessung den Umgang des für die Kultur zuständigen Basler Präsidialdepartements mit Leihgebern. Mit dem Kunstmuseum selbst habe es keine Probleme gegeben.

Staechelin schloss am Donnerstag gegenüber der sda nicht aus, dass die kostbare Sammlung dereinst wieder ins Kunstmuseum zurückkehren könnte. Derzeit sehe es aber nicht so aus. Verhandlungen mit andern Museen seien derzeit im Gang. Mit welchen, war nicht zu erfahren.

Verlust schmerzlich, aber verkraftbar

Das Basler Präsidialdepartement bedauerte in einer Mitteilung den Verkauf der «Nafea» und den Trust-Entscheid. In Gesprächen mit Ruedi Staechelin habe man alles daran gesetzt, dass die Sammlung wieder nach Basel zurückkehre.

Den Verlust beurteilt Regierungspräsident Guy Morin als schmerzlich, aber verkraftbar. Die Sammmlung Staechelin sei zwar jahrzehntelang ein wichtiger Bestandteil des Kunstmuseums gewesen, dieses besitze jedoch weiterhin einen «weltbedeutenden Schatz an grossartigen Werken», heisst es in der Mitteilung.

«Nafea» geht indes erst in einem Jahr an den neuen Besitzer über. Vorerst bleibt das millionenteure Meisterwerk der Öffentlichkeit zugänglich. Ob das auch später der Fall sein wird, ist offen.

Ab Freitag ist das Gemälde in der grossen Gauguin-Ausstellung in der Fondation Beyeler in Riehen BS zu sehen. Danach wird es mit andern Gemälden aus Basel in Spanien und den USA gezeigt: Die Sammlungen Staechelin und Im Obersteg werden während der Schliessung des Kunstmuseums ab März in Madrid und ab Oktober in Washington präsentiert.

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