Marschmusik-Festival
Basel Tattoo: Weniger Shows im Vorverkauf

Für die nächste Ausgabe des Basel Tattoos im Jahr 2017 gibt es bereits Tickets zu kaufen. Bislang sind im Vorverkauf zehn Shows angekündigt – das wären vier Vorstellungen weniger als in diesem Jahr.

Benjamin Rosch
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Das Basel Tattoo ist nicht mehr bis auf den letzten Platz besetzt: In den hinteren Rängen lichten sich die Reihen.

Das Basel Tattoo ist nicht mehr bis auf den letzten Platz besetzt: In den hinteren Rängen lichten sich die Reihen.

KEYSTONE

90’000 Personen wollten die elfte Ausgabe des Basler Tattoos sehen. Lässt man jene beiden Shows weg, die am wenigsten Zuschauer anlockten, entspricht dies einer Auslastung von rund 95 Prozent. Werte, von denen viele andere Basler Veranstaltungen träumen. Und dennoch muss es für Veranstalter Erik Juillard und sein Team eine leise Enttäuschung sein – denn noch immer haftet dem Marschmusik-Festival der Nimbus des ewigen Erfolgs an.

20’000 Sitzplätze blieben dieses Jahr leer, trotz einer Show, die unter anderem dank japanischen Marschformationen und einer Jubiläumstruppe von Top Secret gute Kritiken einfahren konnte. Marketingverantwortlicher Tom Ackermann spricht von einem «guten Resultat, das in dieser Form auch wegen Experimenten so zustande gekommen ist.» Gemeint ist damit die Kinder-Show. Eine Spezial-Vorstellung, die erst kurz vor Festival-Start beworben wurde. Gegenüber «Telebasel» äusserte Juillard zudem auch Kritik an Thomas Mächler. Der Präsident des Anwohner-Vereins hatte das Tattoo als «Besatzungsmacht im Kleinbasel» betitelt. «Das hilft der Sache halt auch nicht», sagte Juillard.

Im Hinblick auf die zwölfte Ausgabe nimmt das Basel Tattoo bereits jetzt Anpassungen vor. So startete der Vorverkauf für das nächste Jahr erstmals nicht an Weihnachten, sondern schon während der Tattoo-Woche. Tickets gibt es bislang für 10 Shows. Das sind vier weniger, als in diesem Jahr aufgeführt wurden. «Dahinter stecken strategische Überlegungen», sagt Ackermann.

Noch wolle man sich nicht auf eine genaue Anzahl festlegen, «aber diese Veranstaltungen finden sicher statt.» Es ist allerdings durchaus denkbar, dass von den verbliebenen Nachmittags-Shows weitere gestrichen werden. Schon im Vergleich zum vergangenen Jahr wurde der Kasernenhof an drei Nachmittagen weniger bespielt.

Auf Ticketportalen stehen derzeit Billets für neun Abendvorstellungen im Sortiment. Lediglich eine Vorstellung – am Tag nach der Premiere – ist auf 17:30 anberaumt. Die Kinder-Show ist noch nicht eingeplant.

Cliquen dennoch zufrieden

Der Zuschauerrückgang wirkt sich auch auf die Beizen in der Tattoo-Street aus. Rolf Meyer, vor kurzem als Obmaa der Naarebaschi zurückgetreten, hat mit seiner Clique während Jahren einen Stand in der Tattoo-Street geführt. Er sagt: «Ich glaube schon, dass sich dieser Rückgang auch im Umsatz der Beizen bemerkbar macht.»

Für konkrete Zahlen ist es noch ein bisschen früh, wie Raphael Schlageter, Kassier der Alte Glaibasler (AGB), sagt. Nichtsdestotrotz sagt Meyer: «Auch wenn der Konsum wohl zurückgegangen und der Aufwand sehr gross ist: Das Tattoo lohnt sich sicher immer noch für die Basler Cliquen.»

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