Basel
Nachwuchs im Zolli: Zwei Geparden-Babys tollen durchs Gehege

Gepardin Dina hat in Basel zwei Junge auf die Welt gebracht. Nach einigen Wochen versteckt im Stall, erkundet die kleine Familie nun ihr Aussengehege. Der Vater lebt in einem separaten Gehege hinter den Kulissen. Denn Geparde sind Einzelgänger.

Laura Pirroncello
Drucken
Teilen
In den ersten Wochen waren die Jungen noch versteckt im Stall.
11 Bilder
Nun erkunden sie gemeinsam mit ihrer Mutter Dina das Gehege.
Dina zieht ihren Nachwuchs allein auf. Der Vater ist in einem Gehege hinter den Kulissen.
Geparde sind Einzelgänger und tolerieren einen Partner nur während der Paarungszeit in ihrer Nähe.
Beim ersten direkten Zusammentreffen von der Mutter und dem Vater hat es aber direkt gefunkt. Das Resultat sind die zwei Gepard-Geschwister.
Im Zolli kamen seit 1993 inzwischen über 30 junge Geparde zur Welt.
Die Zucht in Menschenobhut ist allerdings schwierig.
Die Pfleger brauchen viel Erfahrung und müssen die Gefühlslage des Weibchens gut einschätzen können.
Zeigt ein Weibchen Interesse, müssen es die Pfleger sofort mit dem Männchen zusammenlassen.
Von 59 Gepard-Haltern gab es in den vergangenen zwölf Monaten nur in zwei Zoos Nachwuchs.
Geparde gelten als gefährdet. In freier Wildbahn leben schätzungsweise nur noch 6'600 Tiere.

In den ersten Wochen waren die Jungen noch versteckt im Stall.

Zoo Basel

Im Zolli erkunden derzeit zwei Geparden-Babys ihr Gehege. Wie der Zoo mitteilt, kamen die beiden am 28. April zur Welt. Noch haben die Jungen keine Namen. Tierpfleger und Tierarzt haben aber bereits festgestellt, dass es sich um ein weibliches und ein männliches Tier handelt. Ausserdem seien die beiden gesund und sehr kräftig.

Für die Mutter Dina (3) ist es der erste Wurf. Sie kam erst im vergangenen November nach Basel. Der erste Kontakt mit Vater Ross (4) fand nach Angaben des Zolli damals durch den Zaun statt. Da Geparden Einzelgänger sind, war es nicht verwunderlich, dass sich Dinas Begeisterung für Ross in Grenzen hielt. Allerdings liess sie sich wohl schon beim ersten direkten Zusammentreffen auf den Kater ein. Das Resultat sind die beiden Neugeborenen.

Dina zieht - wie alle Gepardenmütter - ihre Jungen alleine auf. Die drei bewohnen ein Gehege beim Etoschahaus. In den ersten Wochen blieben die Gepardengeschwister versteckt im Stall. Nun erkunden sie aber gemeinsam mit ihrer Mutter die Aussenanlage. Der Vater ist in einem Gehege, das nicht für die Besuchenden zugänglich ist.

Ungesellige Art macht Zucht schwierig

Als Einzelgänger tolerieren Geparde die Nähe eines Partners ausschliesslich während der Paarungszeit. Im Zolli leben die beiden Weibchen und das Männchen in mehreren Gehegen hinter den Kulissen. Für die Paarung brauche das Tierpflegerteam viel Erfahrung, schreibt der Zoo. Denn die Stimmungslage der Weibchen muss gut eingeschätzt werden können. Sobald es Interesse am Kater zeigt und sich zum Beispiel auf dem Boden rollt, müsse der Tierpfleger die beiden sofort zusammenlassen.

Die Zucht ist für Zoos durch diese ungesellige Art der Tiere eine Herausforderung. Entsprechend selten ist Nachwuchs bei den Geparden in Menschenobhut. Im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für gefährdete Tierarten gibt es über 59 Geparden-Halter. Und doch gab es in den letzten zwölf Monaten nur in zwei Zoos Junge.

In Basel gibt es aber immerhin regelmässigen Nachwuchs: seit 1993 kamen inzwischen über 30 Junge zur Welt.

Geparde werden gejagt

Die Raubkatzen gelten als «gefährdet». In der freien Wildbahn leben schätzungsweise noch etwa 6'600 Geparde. Deshalb gibt es Schutzprojekte. Ausserhalb dieser Gebiete werden sie gejagt und es kommt immer wieder zu Konflikten mit Viehzüchtern.

Der Zolli unterstützt seit 2013 ein erfolgreiches Schutzprojekt in Kenia. Im entsprechenden Gebiet hat der Gepard-Bestand seit Projektstart wieder zugenommen.

Aktuelle Nachrichten