Strassenmusik
Basel: Kein Arbeitsparadies mehr für Strassenmusiker

Strassenmusik belebt in Basel die Gassen. Wer die Freie Strasse entlang geht oder in der Steinen schlendert, begegnet regelmässig einer fremden Klangwelt. Doch nicht jeder freut sich darüber.

Franziska Zambach
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Keystone

Gerade die publikumsreichen Strassen und Plätze sind beliebte Spielorte für Strassenmusiker in Basel und konnten bis anhin von einer Formation praktisch dauerbespielt werden. Die neue Verordnung soll dies nun einschränken.

Schlechter Gesang

2010 wurden die Vorschriften für Strassenmusik noch liberalisiert. Die erlaubten Spielzeiten wurden verlängert und die örtlichen Beschränkungen aufgehoben. Strassenkünstler mussten zwar nach einer halben Stunde den Standort wechseln, jedoch war die Distanz nicht reguliert. Gewiefte Musiker stellten sich dann einfach 30 Meter vom alten Platz entfernt auf und spielten weiter.

Die Reaktionen auf die Totalrevision der Verordnung liessen nicht lange auf sich warten. Die Polizei erreichten im vergangenen Jahr weitaus mehr Reklamationen über die Musikanten als in den Vorjahren. Die Beschwerden betrafen vor allem die Lautstärke der Musik oder die zu lange Spielzeit. Bemängelt wurde auch, dass die Strassenmusiker teilweise äusserst schlecht singen würden, erklärt Martin R. Schütz, Sprecher des Basler Justiz- und Sicherheitsdepartements (JSD).

Zahlreiche Beschwerden

Der sprunghafte Anstieg der eingehenden Reklamationen lässt sich anhand der Zahlen nachverfolgen: Waren es 2008 noch 47 Anrufe, beschwerten sich zwei Jahre später 85 Personen per Telefon bei der Polizei, bis September 2011 waren es gar 144.

Auch JSD-Vorsteher Hanspeter Gass sah die Probleme und beauftragte die Kantonspolizei bereits im September 2011, die entsprechende Verordnung zu Strassenmusik und Strassenkunst zu überprüfen. Das Resultat ist die Teilrevision, die ab 1.März in Kraft treten wird.

Zu viel Freiraum

«Basel war ein Arbeitsparadies für Strassenmusiker», sagt Schütz. Organisierte Strassenmusikformationen - mehrheitlich aus Osteuropa - hätten sich in der Stadt ausgebreitet. «Die schwammig formulierte Verordnung erlaubte den Strassenkünstlern zu viel Freiraum und die erhoffte Selbstregulierung trat nicht ein.»

Er sei überzeugt, so Schütz, dass die neuerliche Revision, die ab 1.März in Kraft treten wird, Abhilfe schaffe.

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