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Basel in Farbe, Teil 8 – Diese 100 Jahre alte Fotografie von Basel wirkt wie von heute

Patrick Marcolli
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Das Hebeldenkmal in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Das Hebeldenkmal in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Staatsarchiv Basel-Stadt (BSL 1012 956)

Frühling in Basel! Eine Rabatte mit orangen Tulpen vor dem Hebeldenkmal am Petersgraben. Eine poetische Aufnahme von Alfred Kugler (1877–1937). Spektakulär daran ist nichts. Farbenpracht und Pflanzenvielfalt sind an dieser Stelle heute etwas grösser. Ansonsten aber präsentiert sich die Szenerie rund 100 Jahre nach dem Zeitpunkt der Aufnahme fast identisch. Für Basel und seine an vielen Orten durch Bauten der Hochkonjunktur lädierte Altstadt ist dieser Fleck bis heute eine kleine Oase der Vergangenheit. Selbst die Verehrung für Johann Peter Hebel ist in bildungsbürgerlichen Kreisen der Stadt immer noch lebendig.

Das Hebeldenkmal in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Das Hebeldenkmal in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Staatsarchiv Basel-Stadt (BSL 1012 956)

Alfred Kugler stammt ursprünglich aus dem süddeutschen Raum. 1902 lässt er sich in Basel nieder und eröffnete an der St. Johanns-Vorstadt sein Fotoatelier. 1908 zieht er an den Blumenrain, wo er das Haus der viel bekannteren Fotografenfamilie Höflinger samt Atelier erwirbt. Kugler stirbt 1937 an einer Herzattacke.

Spannend ist diese Aufnahme aus dem Staatsarchiv Basel-Stadt, das seinen Nachlass beherbergt, aus fototechnischer Perspektive: Sie wurde nach dem Autochromverfahren hergestellt. Es ist dies ein frühes Farb-Fotoverfahren in der Form eines Diapositivs, welches seit 1907 und bis in die frühen Dreissigerjahre verwendet wurde. Seine Erfinder waren die Gebrüder Lumière in Lyon. Da die Kosten für solche Aufnahmen zu hoch waren, um massentauglich zu sein, setzte sich die Technik langfristig nicht durch.

Hier geht es zu den anderen Teilen der Serie «Basel in Farbe».

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