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Basel in Farbe, Teil 4 – Carl Bouell stellt sich oben an den Steinenberg und sieht noch wenig Neues

Patrick Marcolli
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Basel vor dem Übergang zur Moderne: Der Steinberg, aufgenommen vor 1873.

Basel vor dem Übergang zur Moderne: Der Steinberg, aufgenommen vor 1873.

Staatsarchiv Basel-Stadt (AL 45, 5-23-5)

In den 1860er- und 1870er-Jahren gibt Basel ein spannendes Bild ab. Es ist die Zeit des Aufbruchs. Die Stadt beginnt, das Mittelalter hinter sich zu lassen, schleift die Stadtmauern und geht Richtung Moderne.

Als Carl Bouell (oder auch Charles de Bouelle) die hier veröffentlichte Aufnahme machte, das war vor 1873, befand sich die Stadt in dieser Übergangsphase. Es handelt sich um eine kolorierte Kalotypie (ein frühes fotografisches Negativ-Verfahren), aufgenommen am Steinenberg, in Richtung Kohlenberg blickend. Rechts sehen wir das erste Stadt-Casino von Melchior Berri (1826). Es steht für den Anfang des späteren Kulturboulevards nach Wiener oder Pariser Vorbild. Nur wenige Jahre nach der Entstehung dieses Bildes entwirft Johann Jakob Stehlin den Musiksaal, die Kunsthalle wird bald gebaut, ebenso das alte Stadttheater. Das heutige Gym Leonhard dominiert ab 1884 den Kohlenberg. Basel wird grossstädtischer. Und doch überdauern einige mittelalterliche Gebäude diese Zeit. Radikal – oder konsequent – in seiner städtebaulichen Entwicklung war Basel eigentlich nie.

Hier geht es zu den anderen Teilen der Serie «Basel in Farbe».

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