Serie
Basel in Farbe, Teil 2 – Fotograf Peter Moeschlin begibt sich zum Flughafen

Patrick Marcolli
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BSL 1022 KT 2844_b

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Staatsarchiv Basel-Stadt

Gut möglich, dass mein Bruder und ich mit unserem Vater ungefähr zur selben Zeit am Flughafen Basel Mulhouse waren, da der Basler Fotograf Peter Moeschlin (1924-2003) in einem Hangar nebenan dieses Bild schoss. Das war anno 1979. Für unsere Generation bedeutete Flughafen damals: An einem Sonntag mit einer Glace auf der Terrasse stehend die startenden und landenden Maschinen beobachten, gebannt sein vom Lärm, vom Quietschen der Reifen, von der Unverständlichkeit der Durchsagen.

Heutzutage ist ein Flughafen kein Faszinosum mehr, nicht einmal für Kinder, sondern lediglich Ursprungs- oder Zielort einer Reise und, ganz banal, mit Stress, Enge und Unannehmlichkeiten verbunden. Peter Moeschlin war zweifellos fasziniert, als er den riesigen Hangar betrat und die beiden Maschinen erblickte. Die abmontierte Turbine rechts deutet darauf hin, dass hier Flugzeuge zur Wartung hingerollt wurden. Es ist die heutige Perspektive, die uns bei zwei Flugzeugen am Boden an ein Grounding denken lässt. Damals, 1979, kannte man diesen Begriff nicht einmal.

Moeschlins Bild ist, mehr als vierzig Jahre nach seiner Entstehung, aus einem weiteren Grund interessant: Die Hangar-Ästhetik, diese nackte Konstruktion mit der sichtbaren Gebäudetechnik, ist längst zum Stilmittel zeitgenössischer Architektur geworden. Niemand würde sich heute wundern, wäre dieses Bild vor kurzem in einem Museumsneubau entstanden.

Hier geht es zu den anderen Teilen der Serie «Basel in Farbe».