Regierungsrat
Baschi Dürr hat den Schlüssel für den Spiegelhof schon im Sack

Am 1. Februar beginnt Baschi Dürr seine erste Amtszeit als Sicherheitsdirektor. Sein Vorgänger Hanspeter Gass hat für den Neuling eine zweitägige Schnellbleiche vorbereitet – mehr Angewöhnungszeit erhält Dürr aber nicht.

Nicolas Drechsler
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Fürs Biertrinken bleibt ihm bald weniger Zeit: Baschi Dürr im Wahlkampf. Kenneth Nars

Fürs Biertrinken bleibt ihm bald weniger Zeit: Baschi Dürr im Wahlkampf. Kenneth Nars

In knapp einem Monat bezieht Baschi Dürr (FDP) sein neues Büro im ersten Stock des Spiegelhofs. Und wenn der 35-Jährige dort am 1. Februar sein Amt als Sicherheitsdirektor antritt, tut er das praktisch ohne Vorlauf. Denn so etwas wie eine Angewöhnungszeit gibt es nicht für Regierungsräte: «Es bleibt ein Kaltstart, da es keine Überlappung zwischen Hanspeter Gass und mir gibt. Bis am 31. Januar ist er verantwortlich und ab dem 1. Februar bin ich ‹in charge›», sagt Dürr.

Es gibt kein Handbuch für die Tätigkeit eines Regierungsrates und eine Beratung durch den Vorgänger ist – zumindest offiziell – nicht vorgesehen. Dürr sagt denn auch, er bereite sich so gut vor, wie eben möglich. Aber als langjähriger Grossrat und Präsident der Finanzkommission habe er sicher mehr als nur eine Ahnung von den Geschäften, die das Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) derzeit beschäftigen. Und er werde auf den Fluren des Spiegelhofs auch das eine oder andere bekannte Gesicht antreffen. Ausserdem hat Hanspeter Gass für seinen Nachfolger eine Schnellbleiche vorbereitet: «Es gibt Anfang Januar auch eine zweitägige Klausur mit dem obersten Kader des Justiz- und Sicherheitsdepartementes, an der wir die hängigen Geschäfte besprechen.» Diese Klausur der zukünftigen Führungsriege hatte auch Gass selbst schon gegenüber der bz angekündigt. Er bezeichnete sie damals als «kurzes Trainingslager und Gelegenheit, sich gegenseitig kennen zu lernen.»

Keine Personalrochaden

Das dort vertretene oberste Kader – also wohl die Kommandanten von Polizei und Rettung, sowie die Abteilungsleiter des JSD – wird auch unter Dürrs Ägide die Geschicke des Departements in den Händen halten. Denn im Gegensatz zu anderen Ländern, wo ein Wechsel des Ministers auch den Austausch der gesamten Departementsführung mit sich bringt, ist dies in der Schweiz unüblich. Und auch Dürr scheint hier keinen Systemwechsel anzustreben: «Die Crew ist bereits da und leistet gute Arbeit. Am 1. Februar kommt nicht ein neues Team, sondern ich alleine.» Bevor er kommt, will er aber noch gehen – und zwar in einen Kurzurlaub. Dafür habe er jetzt, zwischen seiner Tätigkeit bei der PR-Unternehmung Farner und seinem Amtsantritt als Regierungsrat, noch eine Woche Zeit.

Altlasten aufgeräumt

Seine Tätigkeit bei Farner habe er hinter sich gelassen: «Mit meinem bisherigen Beruf habe ich abgeschlossen. Ich war Ende November bereits fertig und habe nun noch wenige Besprechungen.» Einen direkten Nachfolger hat er dort übrigens noch nicht. Was seine Absichten im Sicherheitsdepartement und in der Regierung angeht, lässt sich Dürr noch nicht in die Karten schauen. Aber zumindest seine Anwesenheit am ersten Arbeitstag ist sichergestellt: «Einen Schlüssel habe ich bereits», sagt Baschi Dürr und lächelt.

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