Basel
Auslandschweizer befürworten Reform der Altersvorsorge 2020

Nach kritischen Äusserungen bürgerlicher Politiker hat sich der Auslandschweizerrat (ASR) an seiner Sitzung am Freitag in Basel mit der Reform der Altersvorsorge 2020 befasst, über die am 24. September abgestimmt wird. Die Delegierten stimmten der Vorlage mit einer deutlichen Mehrheit zu.

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War eigentlich gar nicht auf der Tagesordnung: Die Auslandschweizer haben sich an ihrer Sitzung am Freitag mit der Reform der Altersvorsorge 2020 befasst.

War eigentlich gar nicht auf der Tagesordnung: Die Auslandschweizer haben sich an ihrer Sitzung am Freitag mit der Reform der Altersvorsorge 2020 befasst.

Keystone

Das Thema wäre eigentlich nicht auf der Tagesordnung gestanden. Doch die Aussage von FDP-Präsidentin Petra Gössi habe ihn so schockiert, dass er sich für eine Stellungnahme entschieden habe, teilte der ASR am Freitag mit.

Gössi hatte im Juni gegenüber der Zeitung "Blick" gesagt, den Rentnern im Ausland werde der Ruhestand vergoldet "auf Kosten der nächsten Generation". Denn sie generierten in der Schweiz keine Wertschöpfung und "zahlen weder Steuern noch konsumieren sie hier".

Der ASR erklärte, er könne es nicht akzeptieren, als Bürger zweiter Klasse behandelt zu werden. Deshalb habe der Rat mit 80 zu 22 Stimmen bei 8 Enthaltungen beschlossen, die Reform zu unterstützen.

Schwierige Bankbeziehungen

Zur Sprache kam an der Sitzung erneut auch die Diskriminierung der Auslandschweizer durch Schweizer Banken. Seit 2008 würden sie häufig als Kunden abgelehnt oder müssten deutlich höhere Gebühren für die Kontoführung bezahlen als Inlandschweizer, schrieb der ASR weiter.

Da weder die Kontakte mit den zuständigen Departementen, mit den Banken, der Schweizerischen Bankiervereinigung noch dem Ombudsmann zu einer Lösung geführt hätten, versuche die Auslandschweizer-Organisation nun, über ihre Vertreter im Parlament eine gesetzgeberische Lösung zu finden.

Zusammenarbeit mit swissinfo.ch

Die 116 Delegierten aus der ganzen Welt bestätigten Remo Gysin als Präsidenten der Auslandschweizer-Organisation (ASO) und wählten die Nationalräte Laurent Wehrli (FDP/VD) und Claudio Zanetti zu ihren neuen Inlandmitgliedern im ASO-Vorstand.

Zudem unterzeichneten die ASO und swissinfo.ch, die internationale Online-Plattform der SRG, am Freitag eine Vereinbarung für eine noch engere Kooperation. Ziel sei die gegenseitige Unterstützung "zum Wohl der Fünften Schweiz".

Vereinbart wurde zum einen der regelmässige Austausch von Inhalten zwischen swissinfo.ch und der "Schweizer Revue", dem Magazin der Auslandschweizer. Geplant seien unter anderem gemeinsame publizistische Aktionen an nationalen Feiertagen oder bei anderen besonderen Anlässen.

Daneben soll mit sogenannter "Cross-Promotion" die Sichtbarkeit der jeweiligen Angebote in den sozialen Medien verbessert werden. Beim Online-Marketing wollen die beiden Publikationen Synergien besser nutzen und mit gemeinsamen Aktionen die mediale Präsenz durch Banner und Verlinkungen verstärken. Die Unabhängigkeit der Organe soll jedoch bestehen bleiben, betonte die ASO.

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