Baselworld

Aufatmen für Basler Luxusmesse: So bringt der neue Direktor die abtrünnigen Aussteller zurück

Nach den herben Abgängen erhält die Baselworld aufs kommende Jahr wieder Zuwachs. Mit Maurice Lacroix kehrt die erste der abtrünnigen Marken zurück an die Messe – ein neues Standkonzept verspricht Erfolg.

Der Abgang von Swatch und vielen weiteren Marken wurde zur Prüfung für die Baselworld. Die umsatzstärkste Messe der Basler MCH Group AG musste in den vergangenen zwei Jahren Rückschlag um Rückschlag hinnehmen. Jetzt kann Michel Loris-Melikoff, seit Mitte 2018 neuer Direktor der Baselworld, einen ersten Erfolg seiner Neuausrichtung der Messe ausweisen: Die Schweizer Uhrenmarke Maurice Lacroix kehrt per 2020 an die Baselworld zurück. Und sie wird nicht die letzte sein, wie Loris-Melikoff gegenüber der bz sagt. Die Rückkehr von Maurice Lacroix sei ein gutes Signal für die Branche.

Grund für das Umdenken ist ein entscheidender Wechsel im Messekonzept. Die Baselworld wird auf 2020 einen sogenannten «Community District» anbieten. Was luftig klingt, ist allerdings knallhartes Flächengeschäft. Dieser Messeabschnitt soll im Zentrum der Halle 1.0 entstehen und wird durch die Baselworld den Marken zur Verfügung gestellt.

Preise für Aussteller sinken markant

Der Kniff besteht neu darin, dass die Messe nicht mehr nur Standflächen vermietet, auf denen die Marken ihre eigenen Stände aufbauen müssen, sondern gleich selbst zweigeschossige Messebauten errichten lässt, wo sich die Marken einmieten können. Das senke die Preise für die Aussteller «markant», wie Loris-Melikoff sagt, auch wenn er keine konkreten Zahlen nennen will. Die enormen Investitionen, die ein Auftritt an der Baselworld erforderte, waren einer der Hauptkritikpunkte der Branche. Mit der Errichtung des neuen «Community Districts» werde dies nun erfüllt. Was allerdings nicht heisst, dass keine millionenteuren Stände mehr gebaut werden; diese Möglichkeit steht den Marken nach wie vor offen. Wer sich das nicht mehr leisten will oder kann, der hat neu allerdings eine Alternative.

Loris-Melikoff, der sich zurzeit in Schanghai befindet, berichtet von entsprechend positivem Feedback auf dem für die Messe wichtigen asiatischen Markt. Das neue Standareal ist zudem bewusst im Herzen der Halle 1.0 angesiedelt, also dort, wo einst Nick Hayek von Swatch seine gewaltigen Bauten errichten liess.

Aus dem Swatch-Klotz wird eine vielfältige Piazza

Der «Community District» soll damit zu einer Art «Piazza» innerhalb der Messestadt werden, die sich nicht nur an Geschäftskunden richtet, sondern auch an Medienschaffende, Influencer, Sammler und Privatpersonen. Das Feedback sei gut, die Nachfrage nach Standplätzen steige wieder, «dazu kommen Anfragen neuer Anbieter», sagt Loris-Melikoff. Weitere Rückkehrer will die Baselworld erst nach Abschluss der Verhandlungen bekannt geben. Insbesondere der Edelstein-Bereich lege zurzeit ausgesprochen zu, die Baselworld erwartet aus dieser Branche einen Zuwachs von bis zu 40 Prozent.

Ebenfalls in Aussicht steht, dass die Baselworld 2021 einige Wochen früher als bisher stattfinden wird. Die anfangs dieser Woche kolportierte Zahl von drei Wochen früher dementiert Loris-Melikoff allerdings. «Wir werden den Termin vorverlegen, auf wann genau, ist noch nicht geklärt.» Klar aber ist, dass sich die Baselworld besser mit der Genfer SIHH koordinieren wird, auch das ein Bedürfnis aus dem asiatischen Raum, dessen Händler nicht mehr zweimal für eine Uhren- und Schmuckmesse in die Schweiz reisen wollen.

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