Fluglärm
Anwohnerverband fordert verlängertes Nachtflugverbot – jetzt schlägt die IG Euro-Airport zurück

Verbände aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz forderten Massnahmen gegen die Zunahme des Fluglärms am Euro-Airport. Der «Dauerschall» sei gesundheitsgefährdend. Die IG Euro-Airport wehrt sich dagegen.

Rahel Koerfgen
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«Wenn die Gegner allerdings von Dauerschall sprechen, können sie unmöglich den Flughafen meinen», sagt Robert Appel, Sprecher der IG Euro-Airport.

«Wenn die Gegner allerdings von Dauerschall sprechen, können sie unmöglich den Flughafen meinen», sagt Robert Appel, Sprecher der IG Euro-Airport.

Martin Toengi

Die Fluglärmgegner rund um Basel befinden sich im Aufwind: Vor rund zwei Wochen forderte ein trinationaler Anwohnerverband, dass das Nachtflugverbot am Euro-Airport (EAP) verlängert werden soll. Der «Dauerschall» durch die Nachtflüge sei gesundheitlich besonders schädlich, etwa Mitverursacher von Bluthochdruck und Schlaganfällen. Der Schutzverband beruft sich auf die «Sirene»-Studie, die von der Eidgenössischen Kommission für Lärmbekämpfung in Auftrag gegeben wurde und von einem Forscher-Konsortium durchgeführt wird.

Die IG Euro-Airport, welche die Förderung und Entwicklung des Luftverkehrs von und nach dem EAP zum Ziel hat, schlägt nun zurück. Ihr Sprecher Robert Appel sagt: «Niemand würde ernsthaft die schädliche Wirkung von Lärm in Abrede stellen. Wenn die Gegner allerdings von Dauerschall sprechen, können sie unmöglich den Flughafen meinen, zumal die wenigsten Maschinen nach 23 Uhr landen und wenn, dann meistens von Norden her.» Ein Dauerschall entstehe durch den Verkehr an einer Autobahn oder viel befahrenen Strasse.

Keine Simulation von Fluglärm

Die Studie ist noch nicht beendet, aber erste Erkenntnisse wurden kürzlich präsentiert. Die IG Euro-Airport kommentiert: «Die kolportierten medizinischen Auswirkungen konnten in keinem Fall nachgewiesen werden.» Der Leiter der entsprechenden Schlafstudie sehe keinen Zusammenhang. Und: Bei diesen Versuchen im Schlaflabor wurde auf die Simulation von Fluglärm ausdrücklich verzichtet. «Diese Tatsache unterstreicht, welche Relevanz diese Kategorie im Studiendesign hat: keine», so Appel. Ein startendes Flugzeug erzeuge zwischen 50 und 70 Dezibel Lärm, der durch Werte des Strassenverkehrs deutlich übertroffen werde.

Zudem würden Flugzeuge immer leiser: «Seit der Inbetriebnahme der ersten Jets in den 1950er-Jahren wurde der Fluglärm um zwei Drittel reduziert.» Die neue Generation von Flugzeugen, etwa der A320Neo, sei um 10 Dezibel leiser unterwegs als die Vorgänger, sagt Appel. Der Airbus wird Easyjet am EAP wohl erstmals im kommenden Jahr einsetzen.