Fasnacht
«Ändi guet, alles guet» – auch der zweite Cortège war bezaubernd

Das Wetter war beim heutigen Cortège nicht mehr ganz so gut: Trotzdem zog es die Zuschauer in Scharen an.

Nicolas Drechsler
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Cortège am Mittwoch: Bereits macht sich etwas Wehmut breit
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Noch ein letztes Trommelfeuer
Trotz schlechten Wetters gab es zahlreiche Zuschauer
Mit Helm an den Cortège: sicher ist sicher
Roger-Staub-Mütze oder Larve?
Die Pfyffer behielten den Durchblick
Dicht bepackt wars gestern am Schönsten
Zu mir oder zu dir?
Der Cortège von Weitem
Nasskaltes Wetter schreckte die Zuschauer nicht ab
Der Cortège am Theater
Immer der Nase nach
Ohne Räppliregen kam kaum jemand davon
Auch das Kulinarische ist ein wichtiger Bestandteil der Fasnacht
Die Polizei konnte sich auch ein kleines Spässchen erlauben
Die wichtigsten Utensilien an der Fasnacht
Vorteil Posaune: Man bleibt immer schön in Bewegung
Grau in grau wars am zweiten Cortège
Der Cortège am Barffi
Die Kleinen hatten teilweise den besten Ausblick
Immer im Gleichschritt, auch am dritten Tag
Geteiltes Leid ist halbes Leid - nur noch ein Fasnachtsabend steht bevor
Auch ein Saxophon braucht zwischendurch eine Pause
Es wird Monate dauern, bis all die Räppli verschwunden sind
Lärmig gingg auch am letzten Fasnachtstag zu und her

Cortège am Mittwoch: Bereits macht sich etwas Wehmut breit

Kenneth Nars

Der Preis für den schönsten Gripen geht an den Waage der Zoggelischletzer. Ihr Zo-66-eli sieht beinahe besser aus als das schwedische Original. Und es hat eine deutlich höhere Kampfmittelzuladung: Orangen und Räppli für den Angriff, Mimösli und Rosen für Friedensmissionen. Aber sie sind beileibe nicht die einzigen: Die Wiehlmyys haben das Gripen-Virus, der CCB baut einen Billy Bombör und d' Schnäggli-Fänger bestellen «aimol Gripen, bitte!»

Aliens überall
Noch höher hinaus wollen einige Junge Garden, beispielsweise jene der VKB und die der Schnuurebegge. Bis weit ins All. In der Hutgasse herrscht um drei Uhr nachmittags plötzlich ein grünes Gewusel: Aliens überall. Doch dann Entwarnung, es sind die jungen Schnuurebegge. Prächtige kleine Grüne Männchen, mit Fühlern auf den ovalen Köpfen und schön warmen Kostümen, keine schlechte Idee an diesem trüben Fasnachtsmittwoch mit Nieselregen und hudeligem Grundgefühl. «Mir sinn glandet», zu diesem Sujet tummeln sich die Binggisse.

Und die Begleiter, die Erwachsenen, die bei jeder Jungen Garde zum Rechten sehen, haben alle Hände voll zu tun: «Legg d Larve zu dr Ladäärne, nai, nit zu dääre,zu unserer nadyyrlig!» «Wo wänn denn ihr jetzt aane?!» «Wäär muess uf d Toilette?» So klingt es, wenn erwachsene Erdenbewohner versuchen, eine Horde Alienkinder unter Kontrolle zu halten. Grund für die Invasion aus dem Weltall ist die Marslandung einer NASA-Sonde und der Planet ist in irdischer Form auch da: Der Tambourmajor läuft als Schokoriegel.

Jagd nach Mädchen

Der Nachwuchs wuselt auch sonst rund um den Marktplatz: Waggisse im frühen Teenageralter jagen zwischen den parkierten Wääge und den pausemachenden Cliquen nach gleichaltrigen Mädels. Diese unterbrechen die kreischende Flucht immer wieder, denn die Waggisse sollen ja trotz ihren rutschigen Zoggeli hinterher kommen. Nachwuchs scheint auch das Hauptargument für viele Zuschauer gewesen zu sein, bei unfreundlichem Wetter in die Stadt zu ziehen. Überall am Strassenrand staunen riesige Augen unter plastikverhangenen Buggys hervor.

Die Breo-Clique setzt dagegen auf ein anderes Sinnesorgan: Die Pfeifer und Tambouren sind riesige Ohren. Das Sujet «Psssst» bezieht sich auf die Lärmdebatten in Basel und im Vortrab laufen auch prompt einige Lärmbrieder mit. Alles andere als Lärm klingt aber aus den Piccolos und von den Fellen. Wer so aufspielt darf ruhig ganz Ohr sein. Das gilt auch für die Negro Rhygass , die sich am Marktplatz im Contre-Marche zur Breo durch die Räppliberge schränzt. Die Mannen der Kleinbasler Gugge geniessen es sichtlich, etwas auszuspielen, das an der Basler Fasnacht normalerweise blanke Ketzerei wäre: Sie ziehen doch tatsächlich in rheinisch-karnevalistischen Narrenkostümen daher.

Knallige Farbtupfer

Auf ihren Bannern prangt der Schriftzug: «Narrengilde Negro Rhygass». Der Verdacht der Deutschtümelei kommt aber nur kurz auf, zu eindeutig das Sujet der Karnevalsprinzen aus dem minderen Basel: «Schwoobesaich». Mit Problem-Peer, EU-Troika und Steuerdebatte hat die Negro nichts am Hut.

Der Schlusspunkt in der Berichterstattung über diesen Cortège unter grauem Himmel soll aber dem knalligsten Farbtupfer gehören. Und den setzten die Flamingo-Waggis mit ihrem Waage. Und dem Sujet: «Ändi guet, alles guet.»

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